Rund 4200 Jahre alte Siedlung in Mitteldeutschland: Schädelkult am Ringheiligtum Pömmelte?

Pömmelte - Die rund 4200 Jahre alte bronzezeitliche Siedlung an der rekonstruierten Kreisgrabenanlage Pömmelte bei Magdeburg gibt ihre Geheimnisse stückweise frei.

Am Ringheiligtum Pömmelte südlich von Magdeburg wird die größte frühbronzezeitliche Siedlung Mitteleuropas freigelegt. Immer mehr Häuser kommen zum Vorschein.
Am Ringheiligtum Pömmelte südlich von Magdeburg wird die größte frühbronzezeitliche Siedlung Mitteleuropas freigelegt. Immer mehr Häuser kommen zum Vorschein.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

"Seit dem Beginn der diesjährigen Grabung Anfang Mai wurden schon zwei Langhäuser, etwa 20 Siedlungsgruben und zwei Gräber freigelegt", sagte Landesarchäologe Harald Meller (61) am Dienstag.

"In einer Bestattung lag ein Schädel neben dem Skelett. Auch im Kreisgraben des Ringheiligtums wurden Schädel deponiert. Das lässt einen Schädelkult der damaligen Menschen vermuten."

Seit Beginn der Grabungen im Jahr 2018 wurden insgesamt 80 vollständige Hausgrundrisse freigelegt. "Bis zum Ende der Grabung im Herbst werden es mit den weniger gut erhaltenen Exemplaren wohl insgesamt 130 Häuser sein", sagte Grabungsleiter Matthias Zirm.

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Die ersten Häuser der Siedlung wurden gleichzeitig mit dem Ringheiligtum vor rund 4350 Jahren errichtet.

Die meisten Gebäude entfallen auf die jüngere frühbronzezeitliche Aunjetitzer Kultur, aus der auch die Himmelsscheibe von Nebra hervorging.

Ringheiligtum Pömmelte - das "deutsche Stonehenge"

Aus Holz statt aus Steinen: Das rekonstruierte Ringheiligtum Pömmelte wird gern mit dem englischen Stonehenge verglichen.
Aus Holz statt aus Steinen: Das rekonstruierte Ringheiligtum Pömmelte wird gern mit dem englischen Stonehenge verglichen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Charakteristisch für die Langhäuser war ihre Länge von durchschnittlich 30 Metern und die nach Westen weisenden gerundeten Schmalseiten. "Das war eine genormte, modulare Bauweise", sagte Zirm.

Die Fortsetzung der Erforschung der Rituallandschaft an der Elbe werde die Grundlage dafür bilden, die Region langfristig als kultur-touristisches Ziel zu etablieren, erklärte Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger (61, CDU).

Bereits das rekonstruierte Ringheiligtum Pömmelte habe sich schnell zu einem touristischen Anziehungspunkt für Besucher aus ganz Deutschland entwickelt. Die Anlage wurde 2016 am Originalplatz rekonstruiert.

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Pömmelte ist Archäologen zufolge in Durchmesser und Aufbau gut vergleichbar mit dem englischen Stonehenge, nur wurde an der Elbe statt mit Steinen mit Holz gebaut.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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