Je mehr Menschen, desto weniger Insekten: Artensterben auf Tourismus-Inseln festgestellt

Bayreuth/Malé - Die Urbanisierung und der Tourismus führen auf ozeanischen Inseln zu einem massiven Insektenschwund.

Die Urbanisierung und touristische Nutzung führt auf auch auf den Malediven zu einem massiven Insektenschwund. (Symbolbild)
Die Urbanisierung und touristische Nutzung führt auf auch auf den Malediven zu einem massiven Insektenschwund. (Symbolbild)  © Philipp Herder/dpa

Dies haben Forscher der Universität Bayreuth auf den Malediven herausgefunden.

Auf den Inseln mit fortschreitender Urbanisierung dokumentierten sie dort im Schnitt 48 Prozent weniger Insektenarten als auf den unbewohnten Inseln des Archipels.

Auf den Touristeninseln seien es sogar 66 Prozent weniger, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Open Science" der britischen Royal Society.

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Ozeanische Inseln machen demnach nur etwas mehr als zwei Prozent der Landmasse der Erde aus. Zugleich beherbergen sie aber ein Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten und rund die Hälfte aller bedrohten Arten.

"Das vom Menschen verursachte weltweite Artensterben ist auf ozeanischen Inseln in den Tropen besonders drastisch", wird Erstautor Sebastian Steibl in einer Mitteilung seiner Universität zitiert.

Langfristige Folgen müssen erst noch erforscht werden

Auf den Malediven unterschieden die Forscher drei Arten von Inseln, die nahe beieinander liegen: unbewohnte, von der heimischen Bevölkerung bewohnte sowie touristisch genutzte Inseln.

"Auf touristisch genutzten Inseln ist es vermutlich der Einsatz von Pestiziden, der den drastischen Rückgang der Insektendiversität hauptsächlich verursacht", meint Streibl. Die Pestizide würden zwar gegen Moskitos eingesetzt, doch andere Arten seien mitbetroffen.

Welche langfristigen Folgen das Insektensterben auf das Ökosystem der Inseln hat, müssen nach Angaben der Forscher nun weitere Untersuchungen klären.

Titelfoto: Philipp Herder/dpa

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