Wissenschaftsministerin glaubt nicht an Ende von Tierversuchen

Stuttgart - Die Wissenschaft wird aus Sicht der zuständigen Ministerin Theresia Bauer (55, Grüne) auch in Zukunft abhängig sein von Tierversuchen.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).  © Uli Deck/dpa

"Ich glaube nicht, dass wir auf eine tierversuchsfreie Wissenschaft zusteuern", sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Dennoch verteidigte die Wissenschaftsministerin die geplante Verschärfung der Regeln zu Tierversuchen in der wissenschaftlichen Lehre. Die Hochschulen und der Koalitionspartner CDU sehen dadurch die Lehre und den Wissenschaftsstandort in Gefahr.

"Die Sorge um die Freiheit des Wissenschaftsstandorts ist nicht begründbar", entgegnete Bauer. "Die Spielräume bleiben erhalten, auch in der Lehre."

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Die grün-schwarze Koalition feilt derzeit an einer Novelle des sogenannten Hochschulrechtsänderungsgesetzes. Die Grünen wollen das nutzen, um mit einer Formulierung die Regelungen zu Tierversuchen zu verschärfen.

Demnach soll künftig in der Lehre auf die Verwendung von getöteten Tieren verzichtet werden, sofern "wissenschaftlich gleichwertige Lehrmethoden und -materialien zur Verfügung stehen".

Mit der Neuformulierung werde die Hochschule stärker in die Pflicht genommen, zu erklären, warum ein Tierversuch ohne Alternative sein soll, sagte Bauer. "Ob man ein Tier töten muss, um seine Anatomie zu verstehen, darf man in Frage stellen." Sie verstehe die Diskussion nicht.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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