Hater machen "Drachen Lord" zu Norwegen-Attentäter - und Medien fallen darauf rein

Nürnberg - Der umstrittene YouTuber "Drachen Lord" war wieder einmal Opfer eines mehr als fragwürdigen Scherzes in den sozialen Medien.

Der fragwürdige YouTuber Rainer Winkler (32, "Drachen Lord") wurde Opfer eines noch fragwürdigeren Scherzes.
Der fragwürdige YouTuber Rainer Winkler (32, "Drachen Lord") wurde Opfer eines noch fragwürdigeren Scherzes.  © Screenshot/Youtube/Drachen Lord

Dieses Mal nahmen sich die "Haider", wie sich die Drachen-Lord-Hasser (angelehnt an das fränkisch ausgesprochene "Hater") nennen, den Amoklauf in Norwegen zum Anlass, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.

Der Täter hatte mit Pfeil und Bogen auf Menschen geschossen (TAG24 berichtete).

Auf Twitter verbreiteten User wie "NWO Datenbank" Falschinformationen darüber, wer hinter der Tat steckt: "Amoklauf in #Norwegen mit mehreren Toten durch einen Bogen! Der mutmaßliche Täter "Rainer Winklarson" kündigte die Taten mehrere Tage vorher auf seinem YouTube-Kanal an, führte sogar seine Schießkünste vor."

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Accounts wie "Terror Alarm" fielen auf die Falschmeldung rein und verbreiteten sie weiter, ebenso wi vor allem ausländische Medien. Die Nachrichten findet man auf Portalen unter anderem aus Italien, Frankreich und Belgien.

Für Kenner der deutschen YouTube-Szene ist der Fake jedoch schnell erkennbar.

Denn bei "Rainer Winklarson" handelt es sich um nichts anderes, als die skandinavische Abwandlung des Namens Rainer Winkler - der bürgerliche Name des im mittelfränkischen Landkreis Emskirchen lebenden "Drachen Lord".

Eine Welle der Empörung wegen Fake-Meldungen

Die Falschmeldung sorgte in den sozialen Netzwerken für eine Welle der Empörung. Nicht nur von Fans des YouTubers, der mehr als 150.000 Abonnenten hat.

Mit der Tatsache, dass ein Vorfall, bei dem mehrere Menschen verletzt und getötet wurden, zum Anlass genommen wird, eine Community zu trollen, ist für den weiten Großteil der Nutzer eine klare Grenze überschritten.

Mehrere User fordern eine polizeiliche Aufklärung und warnen andere User davor, diese Meldungen ernst zu nehmen. Andere werfen den Verfassern der Fake News unter anderem Mobbing vor.

Drachen Lord selbst hat sich derzeit noch nicht zu den Falschmeldungen geäußert.

Titelfoto: Montage: Screenshots - Twitter + Youtube/Drachen Lord

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