"Neue Dimension des Rechtsbruchs": YouTube löscht #allesaufdentisch-Videos

Von Matthias Kuhnert

Berlin - Anders als noch bei #allesdichtmachen blieb der große Aufschrei bei #allesaufdentisch diesmal aus. Die Ironie verschwand und auch viele Schauspieler wie beispielsweise Tatort-Star Jan Josef Liefers (57) tauchten nicht mehr auf. Stattdessen setzen sie auf Expertengespräche, die ihrer Meinung in der Corona-Krise zu wenig Beachtung bekommen.

Schauspieler Volker Bruch ist eines der bekanntesten Gesichter der Künstler-Aktion #allesaufdentisch.
Schauspieler Volker Bruch ist eines der bekanntesten Gesichter der Künstler-Aktion #allesaufdentisch.  © Christian Charisius/dpa

So spricht Wotan Wilke Möhring (54) beim Thema Meinungsfreiheit von "Zensur". Babylon-Berlin-Star Volker Bruch (41) hingegen betrachtet die Faktenchecker, die schon mehrmals Fake News aus dem coronakritischen Lager aufgedeckt haben, kritisch. Ihre Forderung: Sie wollen einen "Runden Tisch".

Auch wenn sowohl sein Gespräch, als auch das seines Kollegen Bruchs noch online abrufbar ist, dürfte sich Möhring mit seiner Zensur-Vermutung bestätigt fühlen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat YouTube mehrere Künstler-Videos gelöscht.

Die Videos hätten "gegen unsere Richtlinien zu medizinischen Fehlinformationen verstoßen", heißt es in der Begründung.

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Unter anderem löschte die Plattform ein Interview zu den Themen Inzidenz und Angst mit dem Leipziger Mathematik-Professor Stephan Luckhaus (68) und dem Neurobiologen Gerald Hüther (70).

Gerade die "Behauptungen über Schutzimpfungen gegen COVID-19, die der übereinstimmenden Expertenmeinung lokaler Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprechen", seien problematisch, heißt es weiter.

Macher von #allesaufdentisch wollen rechtlich gegen Löschung vorgehen

Die Macher der Künstler-Aktion haben bereits angekündigt gegen die Löschung juristisch vorgehen zu wollen. Für den Medienanwalt Joachim Steinhöfel (59), der auch den Bundesvorstand der AfD vertritt, ist es eine "neue Dimension des Rechtsbruchs durch YouTube", wie er der Bild mitteilte.

Erst vor einer Woche hatte sich Volker Bruch zu Wort gemeldet und seine Teilnahme an der umstrittenen Aktion verteidigt. "Wenn ich Missstände sehe und sie nicht benenne, dann stimme ich zu und akzeptiere sie. Das möchte ich nicht", sagte Bruch im Interview der Berliner Zeitung.

"Ich möchte mich zu Wort melden, wenn ich eine Diskrepanz zwischen der in den Medien abgebildeten Meinung und den verfügbaren Informationen sehe." Als Beispiel nannte der Schauspieler, dass aus seiner Sicht ein Druck auf Ungeimpfte ausgeübt werde.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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