Schlange bricht Hund das Genick: YouTube wegen grausamen Tier-Videos verklagt!

Kalifornien (USA) - Tierschützer verklagen YouTube: Auf der Video-Plattform gibt es unzählige Videos von furchtbarer und grausamer Gewalt an Tieren - deshalb geht es nun vor Gericht.

Auf YouTube gibt es zwar auch sehr viele süße Hunde-Videos, doch dazwischen mischen sich immer wieder Darstellungen von Tierquälerei. Dagegen wollen Tierschützer nun vorgehen. (Symbolbild)
Auf YouTube gibt es zwar auch sehr viele süße Hunde-Videos, doch dazwischen mischen sich immer wieder Darstellungen von Tierquälerei. Dagegen wollen Tierschützer nun vorgehen. (Symbolbild)  © tonobalaguer/123RF

Laut einem Bericht der "New York Times" hat die Tierschutzorganisation "Lady Freethinker" am Montag beim obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates Kalifornien eine Klage gegen YouTube eingereicht.

Der Vorwurf: Das weltberühmte Videoportal geht angeblich nicht ausreichend gegen die Darstellung von Gewalt und Grausamkeit an Tieren vor und verstoße damit gegen seine eigenen Regeln.

Als besonders dramatische Beispiele beschreibt die Anklageschrift unter anderem ein Video, in dem eine riesige Python zu sehen ist, die ihren Körper um einen Hundewelpen schlingt und ihm langsam das Genick bricht - dazu hört man das Hündchen panische Quietschgeräusche von sich geben.

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In einem anderen der erwähnten Clips wird ein sichtbar verängstigtes Baby-Äffchen in einem Korb festgehalten und - scheinbar zur Belustigung der Zuschauer - von allen Seiten gezwickt und gekniffen.

Solche und noch jede Menge weiterer Videos von Tiermisshandlungen und erschreckender Gewalt an oder zwischen Tieren sind auch aktuell noch auf YouTube zu finden.

Dabei müssten sie eigentlich gelöscht werden - spätestens nachdem sie von Nutzern gemeldet wurden. Denn die Nutzungsbedingungen von YouTube verbieten die Darstellung von Tierquälerei. Doch laut "Lady Freethinker" hält sich die Video-Plattform nicht ausreichend an diese Regel.

"Es ist bedauernswert, dass YouTube Profite über ethischen Umgang mit unschuldigen Tieren stellt"

YouTube bemüht sich, Videos zu löschen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Laut "Lady Freethinker" geht das Videoportal dabei aber nicht entschlossen genug vor.
YouTube bemüht sich, Videos zu löschen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Laut "Lady Freethinker" geht das Videoportal dabei aber nicht entschlossen genug vor.  © Franz-Peter Tschauner/dpa

Besonders schlimm sei, dass solche Clips häufig auf sehr hohe Aufrufzahlen kommen. Und dank der Werbung auf dem Videoportal erhalten die Verantwortlichen sogar noch Geld für ihre hochgeladenen Inhalte.

Laut der Anklage habe die Tierschutzorganisation zahlreiche solcher Videos immer wieder gemeldet, dennoch seien sie in vielen Fällen nicht gelöscht worden.

"YouTube weiß über diese Videos und seine Rolle bei deren Verbreitung Bescheid", erklären "Lady Freethinker". "Es ist bedauernswert, dass YouTube sich dazu entschieden hat, Profite über den ethischen und menschlichen Umgang mit unschuldigen Tieren zu stellen."

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Ivy Choi, eine Sprecherin der Video-Plattform, sagte gegenüber der "New York Times", dass man sich sehr wohl bemühe, gegen solche Clips vorzugehen. "Wir stimmen zu, dass Inhalte, die Gewalt oder Missbrauch gegenüber Tieren zeigen, auf YouTube keinen Platz haben."

Erst dieses Jahr hätte das Unternehmen die Regeln zum Thema Tierquälerei erweitert. Doch den Tierschützern gehen diese Bemühungen offenbar nicht weit genug, deshalb kam es nun zur Klage.

Titelfoto: Franz-Peter Tschauner/dpa und tonobalaguer/123rf

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