11.000 Spielsüchtige in Thüringen: Deshalb ist der Corona-Lockdown für sie eine "Befreiung"

Erfurt - Zumindest für einen Teil der schätzungsweise 11.000 Spielsüchtigen in Thüringen könnte die Coronakrise auch positive Effekte bringen - wegen der geschlossenen Spielhallen.

In Thüringen gibt es etwa 11.000 Spielsüchtige. Der Lockdown könnte auf diese Personen eine positive Auswirkung haben (Symbolbild).
In Thüringen gibt es etwa 11.000 Spielsüchtige. Der Lockdown könnte auf diese Personen eine positive Auswirkung haben (Symbolbild).  © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

"Die meisten Spieler an Geldspielautomaten nehmen die Schließung von Spielhallen als Befreiung wahr", sagte Claudia Frisch von der Thüringer Fachstelle Glücksspielsucht der Deutschen Presse-Agentur.

Ob dieser Effekt auch nach dem Ende des Lockdowns anhalte, könne noch nicht bewertet werden. Nach ihrer Beobachtung weicht kaum einer der Betroffenen auf entsprechende Angebote im Internet aus.

Bei anderen Süchten befürchten Fachleute eine Zunahme als Folge der Pandemie. Das betreffe etwa Kauf- oder Handysucht, sagt Sebastian Weiske, Koordinator bei der Landesstelle für Suchtfragen.

Glücksspielsucht ist ein eigenständiges Krankheitsbild. Neben psychologischen und sozialen Folgen wirkt sich diese Sucht laut Fachstelle Glücksspielsucht wirtschaftlich aus. So haben Glücksspieler in der Regel die höchste Verschuldung unter Suchtkranken.

Während des Lockdowns sind die Spielhallen in Deutschland vorübergehend dicht.
Während des Lockdowns sind die Spielhallen in Deutschland vorübergehend dicht.  © Kay Nietfeld/dpa

Im Schnitt beläuft sich diese in Thüringen auf etwa 47.000 Euro pro Betroffenem. Über 80 Prozent der hilfesuchenden pathologischen Glücksspieler in Thüringen sind männlich. Etwa 70 Prozent davon sind ledig, und in 60 Prozent der Fälle zwischen 20 und 39 Jahre alt.

Titelfoto: picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr zum Thema Thüringen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0