Ärzte, die in Thüringen gegen Corona impfen, erhalten Drohbriefe von Impfgegner

Erfurt - Mehrere Ärzte in Thüringen, die gegen das Coronavirus impfen, haben Drohbriefe erhalten.

Ein Impfgegner hat in Thüringen Drohbriefe an Ärzte versendet, die gegen Corona impfen. Der Inhalt sei laut KV-Chef Jörg Mertz von einer "gewissen Radikalität" geprägt. (Symbolfoto)
Ein Impfgegner hat in Thüringen Drohbriefe an Ärzte versendet, die gegen Corona impfen. Der Inhalt sei laut KV-Chef Jörg Mertz von einer "gewissen Radikalität" geprägt. (Symbolfoto)  © Sven Hoppe/dpa

Die Briefe einer Person aus dem Lager der Impfgegner seien seit Freitag bei Medizinern eingegangen, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), am heutigen Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der KV-Vorstand habe einen solchen Brief erhalten. Die Briefe seien von einer "gewissen Radikalität, die wir so nicht kennen", betonte Mertz.

Die Person sei bekannt, da sie ihren Namen und ihre Adresse in den Briefen hinterlassen habe. Die KV will rechtliche Schritte gegen sie einleiten.

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Die SPD-Landtagsabgeordnete Cornelia Klisch (49), selbst Ärztin, äußerte sich bestürzt. "Die Drohbriefe zeigen auf eine schockierende Weise die Verrohung radikaler Impfgegner", erklärte Klisch.

Laut Mertz sind vor allem Ärzte aus Nordthüringen betroffen, dort seien die Briefe auch abgeschickt worden. Derzeit meldeten sich noch immer betroffene Ärzte bei der KV und auch bei der Landesärztekammer.

Diese hatte sich in der vergangenen Woche in einer Resolution gegen eine zunehmende verbale und auch physische Gewalt gegen Ärzte in der Corona-Pandemie gewandt.

Anfang September war in Thüringen ein Impfteam in Gera von einem Mann angegriffen worden, er verletzte zwei medizinische Fachangestellte.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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