Bald Kohle fürs Impfen? Will Thüringen so die Impfmuffel anlocken?

Erfurt - Das Impftempo in Thüringen stockt, eine gewisse Impfmüdigkeit ist zu erkennen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, greift der Freistaat zu kreativen Mitteln. Wird es neben "Bratwurst- und Stadion-Impfen" bald auch Geldprämien für Impfmuffel geben?

Geld fürs Impfen? Dieser Vorschlag wird immer wieder diskutiert, um Impfmuffel zu überzeugen. In Thüringen ist man allerdings skeptisch, ob dieser Anreiz wirklich erfolgreich wäre. (Symbolbild)
Geld fürs Impfen? Dieser Vorschlag wird immer wieder diskutiert, um Impfmuffel zu überzeugen. In Thüringen ist man allerdings skeptisch, ob dieser Anreiz wirklich erfolgreich wäre. (Symbolbild)  © 123RF/weyo

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (52, Linke) sieht Geldprämien als Anreiz für Impfmuffel jedoch skeptisch. Sie wolle nichts ausschließen, glaube aber nicht, dass dies "das Mittel der Wahl" sein werde, wie Werner der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

"Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen - aus welchen Gründen auch immer -, die werde ich auch nicht mit 100 Euro überzeugen", so die Ministerin.

Ihrer Ansicht sei wichtiger, die Menschen vor Ort zu erreichen und die Hürden für eine Impfung stark abzusenken.

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Immer wieder gibt es Überlegungen und Forderungen nach einem Anreizsystem, um das Impftempo in Deutschland wieder zu beschleunigen. Unter anderem Griechenland arbeitet seit einiger Zeit mit Geldprämien, um die Impfquote zu erhöhen.

Geimpfte unter 26 Jahren erhalten dort 150 Euro als Guthaben, das sie unter anderem für Ferienunterkünfte oder Eintrittskarten für Museen und Konzerte ausgeben können.

In Deutschland hatten sich Anfang Juli die Forscher Jan Schnellenbach (48) und Ekkehard Köhler in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" für Geldprämien als Impfanreize ausgesprochen.

Titelfoto: 123RF/weyo

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