"Briefe, die ans Herz gehen": Kinder schreiben Weihnachtsmann rührende Wunschzettel

Sondershausen - Stifte und Papier raus: Seit vielen Jahren schreiben viele Kinder aus der ganzen Welt Briefe an das Weihnachtspostamt in Sondershausen/Himmelsberg (Kyffhäuserkreis). Meistens sind es Wunschzettel, aber einige Kinder offenbaren darin auch ihre Sorgen. In diesem Jahr findet sich in vielen Briefen vor allem ein Wunsch immer wieder.

Der Weihnachtsmann stempelt im Weihnachtspostamt in Himmelsberg einen Brief ab. (Archiv)
Der Weihnachtsmann stempelt im Weihnachtspostamt in Himmelsberg einen Brief ab. (Archiv)  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

In das Weihnachtspostamt von Himmelsberg sind in diesem Jahr bisher mehr als 2500 Briefe von Kindern aus der ganzen Welt eingetroffen.

"Aus Thüringen, ganz Deutschland, aber auch aus Russland und Japan kamen schon Briefe", sagte der Bürgermeister des Sondershäuser Ortsteils Himmelsberg, Andreas Fritsch, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Fritsch ist Mitglied im dortigen Heimatverein, der das Weihnachtspostamt seit 25 Jahren regelmäßig öffnet.

Etwa 20 Ehrenamtliche kümmern sich in der Vorweihnachtszeit um mehrere Tausend Briefe, die in der Weihnachtspostamt-Zentrale im Himmelsberger Backhaus ankommen.

Die eigentliche Arbeit wurde in diesem Jahr aber verlegt, wie Fritsch sagte. Die dringend notwendige Sanierung des historischen Backhauses sei in den letzten Zügen, aber noch nicht abgeschlossen.

Deshalb fertigen die Helfer die Antworten an die Kinder derzeit im Dorfgemeinschaftshaus an und setzten dort auch den Weihnachtsmann-Stempel unter die Schreiben. Für Kinder aus dem Ausland gebe es inzwischen eine englische Antwortfassung.

"Briefe, die ans Herz gehen"

Auch in diesem Jahr wünschten sich die Kinder in ihren Briefen Computerspiele und andere Spielsachen, sagte Fritsch. Aber viele haben äußerten auch den Wunsch, dass das Coronavirus verschwinde.

"Es gibt Briefe, die wirklich ans Herz gehen", so Fritsch. Manche Kinder berichteten dem Weihnachtsmann davon, dass Angehörige arbeitslos geworden, Verwandte oder Bekannte gestorben seien.

"Sie schreiben auch von Problemen in der Schule, wenn der Unterricht ausfällt." Für Briefe mit schwerem Inhalt nehmen sich die Helfer Fritsch zufolge auch Zeit für eine ausführlicheren Antwort.

Geöffnet ist das Weihnachtspostamt offiziell noch bis zum 22. Dezember. Wunschzettel, die später ankommen, würden in der Regel trotzdem beantwortet - allerdings kämen die Schreiben dann selten noch vor dem 24. Dezember an, so Fritsch. 2019 erhielt das Weihnachtspostamt rund 7000 Schreiben.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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