Landessprecher der AfD-Thüringen zweifelt an Echtheit der Pro7-Doku "Rechts. Deutsch. Radikal."

Thüringen - Das am Montagabend gezeigte "ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal." von und mit Journalist Thilo Mischke (39) sorgte im Nachhinein für großes Aufsehen und brachte einem ehemaligen AfD-Funktionär den Parteirausschmiss ein. Inzwischen reagierte auch Stefan Möller, Landessprecher der AfD in Thüringen auf die Doku. 

Stefan Möller (45, AfD, r.), sitzt neben Fraktions-Chef Björn Höcke (48, l.) im Plenarsaal des Thüringer Landtags.
Stefan Möller (45, AfD, r.), sitzt neben Fraktions-Chef Björn Höcke (48, l.) im Plenarsaal des Thüringer Landtags.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir können die (Migranten) nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst"

Insgesamt 1,69 Millionen schauten am Montagabend - zur besten Sendezeit - zu, wie diese schockierende Aussage in Thilo Mischkes Dokumentation getätigt wurde. 

Bei den Aussagen soll es sich laut einem Bericht der "Zeit" um den langjährigen Pressesprecher der AfD, Christian Lüth (44) gehandelt haben.

Einer, der zu dieser Zeit vor dem Fernseher saß, war wohl Stefan Möller (45), Landessprecher der AfD-Thüringen. Der Politiker reagierte auf die Sendung und leugnet die im Gedächtnisprotokoll nachgesprochene Aussage.

"Was Pro7 gestern gezeigt hat, kann vieles sein. Ein glaubhaftes Gedächtnisprotokoll war es jedenfalls nicht. Vielleicht ein Drehbuch, vermutlich eine Straftat, wahrscheinlich beides ...", schrieb der 45-Jährige auf Twitter.

Viel Sarkasmus und Fragen auf Möllers-Tweet

Nach seinem Post und knapp 200 "Gefällt mir" Angaben prasselte auch eine Welle an Kommentaren ein. Viele reagierten mit Sarkasmus oder stellten dem Politiker eine Frage.

"Ach und warum hat die AfD ihn dann unverzüglich rausgeworfen?", schrieb ein Nutzer.

Ein weiterer stellte fast die gleiche Frage. "Aus welchem Grund, reagierte die AfD dann heute so panisch auf die Doku? Sie kennen ihren faschistischen Haufen doch selber."

Andere hinterfragten, warum die AfD nicht rechtlich dagegen klagt, wenn das Zitat angeblich nicht echt sein soll. 

"Warum dann keine Anklage seitens der AFD, genau weil alles der Wahrheit entspricht und sie nur Lügen verbreiten wie die AFD schon so oft", heißt es in einem anderen Kommentar.

Anders als Möller haben sich inzwischen viele AfD-Politiker - darunter auch Alexander Gauland (79) und René Springer (AfD-Bundestagsabgeordneter aus dem Land Brandenburg) bei "hart aber fair" (TAG24 berichtete) - von der Aussage Lüths distanziert. 

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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