Nach zweiter Corona-Infektion in Thüringen: Wirtschaft klagt über Folgen 

Erfurt - Zwei Menschen in Thüringen sind inzwischen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach einem ersten bestätigten Fall im Saale-Orla-Kreis informierte das Gesundheitsministerium am Wochenende über einen weiteren im Raum Erfurt.

In vielen Hotels bleiben die Zimmer leer, auch auf der Verbrauchermesse in Thüringen gab es deutlich weniger Besucher.
In vielen Hotels bleiben die Zimmer leer, auch auf der Verbrauchermesse in Thüringen gab es deutlich weniger Besucher.  © Peter Kneffel/dpa

Dort sei Sars-CoV-2 bei einer 65-Jährigen nachgewiesen worden.

Die Frau zeige typische Atemwegsymptome und befinde sich in stationärer Behandlung. Das zuständige Gesundheitsamt Erfurt habe alle Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung und Unterbrechung einer möglichen Folgeansteckung eingeleitet, hieß es. 

"Wir haben es bisher mit Einzelfällen zu tun. Da es sich um eine dynamische Entwicklung handelt, muss die Lage von Tag zu Tag neu bewertet werden", sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz habe die Laborkapazitäten für Tests mit zusätzlichem Personal erhöht. Auch das Uniklinikum Jena sei auf zusätzliche Tests eingestellt.

Anfang März war bekannt geworden, dass bei einem 57-Jährigen aus dem Orlatal eine Infektion nachgewiesen wurde. Es war der erste bekannte Fall einer Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus in Thüringen.

Zuletzt führte die Wartezeit auf Labortestergebnisse zu Kritik. So lagen am Freitag - drei Tage nach dem Test von 177 Kontaktpersonen des Infizierten aus dem Orlatal - im Saale-Orla-Kreis erst 47 Befunde vor, wie das Landratsamt mitteilte.

Am Samstagabend teilte das Landratsamt schließlich mit, dass nur noch einige wenige Befunde ausstehen würden. Die bisherigen Testergebnisse seien negativ ausgefallen.

Nicht jeder Abstrich wird im Labor untersucht

Das Robert-Koch-Institut hat neue Richtlinien für einen Labortest angeordnet.
Das Robert-Koch-Institut hat neue Richtlinien für einen Labortest angeordnet.  © Sebastian Gollnow/dpa

Das Landratsamt erklärte zudem, dass einige Abstriche nicht labortechnisch untersucht worden seien und verwies als Begründung auf neue Angaben des Robert Koch-Instituts. Demnach erfüllten Menschen, die beispielsweise keine der typischen Atemwegssymptome zeigten, die Kriterien für eine notwendige Laboruntersuchung nicht.

Die Inkubationszeit von 14 Tagen sollte unbedingt abgewartet werden. Es werde also vorkommen, dass sich Kontaktpersonen von bestätigten Fällen in häusliche Quarantäne begeben müssen und zunächst kein Test erfolgt, weil das Ergebnis zu dieser Zeit noch nicht aussagekräftig wäre.

Das Virus kann laut Robert Koch-Institut etwa Fieber, trockenen Husten und Schnupfen auslösen. Menschen mit solchen Symptomen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sollten ihren Hausarzt telefonisch zur weiteren Abklärung kontaktieren.

Derweil berichtet die Thüringer Wirtschaft von ersten Auswirkungen. Die Veranstalterin der Verbrauchermesse Thüringen Ausstellung in Erfurt verwies am Sonntag auf die Angst rund um das Virus als Grund für die um 35 Prozent auf 45.000 gesunkene Besucherzahl.

Der Branchenverband Dehoga Thüringen erklärte, dass Hotels und Gasstätten vor allem im Altenburger Land zu leiden hätten. Geschuldet sei dies der räumlichen Nähe zu Leipzig, wo die Buchmesse des Virus wegen abgesagt wurde.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Thüringen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0