Falsche Polizisten versuchen Abzocke mit 15-Kilometer-Coronaregel

Sontra/Eisenach - Zwei falsche Polizisten haben in Sontra im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis ein Auto aus dem benachbarten Eisenach (Thüringen) angehalten und Geld vom Fahrer verlangt.

In Nordhessen gaben sich zwei Männer als Polizisten aus, die von einem Thüringer (45) Strafe kassieren wollten. (Symbolbild)
In Nordhessen gaben sich zwei Männer als Polizisten aus, die von einem Thüringer (45) Strafe kassieren wollten. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Die falschen Beamten hätten angegeben, Verkehrskontrollen wegen der pandemiebedingten 15-Kilometer-Einschränkung durchzuführen, teilte die Polizei am Freitag mit. Wegen des ortsfremden Kennzeichens des Wagens forderten sie demnach 150 Euro von dem 45-jährigen Fahrer.

Da dieser nicht genug Bargeld dabei hatte, hätten die Betrüger es bei einer "mündlichen Verwarnung" belassen. Hintergrund der Masche ist die Regelung, wonach sich Bewohner von Corona-Hotspots ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen sollen.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstagabend.

Die Polizei ermittelt nun wegen versuchten Betrugs und Amtsmissbrauchs.

Laut Polizei waren beide Personen etwa 1,75 Meter groß und um die 35 Jahre alt. Sie hätten dunkle Kleidung und einen dunklen Mund-Nasen-Schutz getragen.

Beide hatten laut Polizei dunkle kurze Haare und sprachen akzentfrei Deutsch. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Der Polizei zufolge hatten die falschen Polizisten einen grünlichen Ausweis mit einem bundeswehrähnlichen Kreuz gezeigt. Die offiziellen Dienstausweise seien auf der Webseite der Hessischen Polizei einsehbar.

Bei Zweifeln solle man die örtliche Polizei oder die 110 anrufen. Die Polizei verlange in Bar nur Beträge von maximal 55 Euro.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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