Krawalle bei Spontan-Demo in Jena

Jena - In der Jenaer Innenstadt ist es durch ein Gruppe linker Randalierer zu Krawallen gekommen. Am Mittwochabend waren den Angaben zufolge in der Spitze bis zu 50, teils vermummte und dunkel gekleideten Menschen bei einer spontanen Demo durch die Stadt gezogen, berichtete die Polizei am Donnerstag. 

Die Demonstranten zündeten Mülltonnen an und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben.
Die Demonstranten zündeten Mülltonnen an und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Die Demonstranten seien zum Großteil dem linken beziehungsweise alternativen Spektrum zuzuordnen. Sie griffen Polizisten an, beschädigten einen Streifenwagen, zündeten Mülltonnen an und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben einer Bank, hieß es.

Die Demonstranten hatten sich laut einem Polizeisprecher zu einem "antifaschistischen Martinsumzug" gegen die Gentrifizierung Jenas zusammengefunden. 

Ihr Protest richtete sich gegen die Verdrängung sozial schwacher durch wohlhabendere Haushalte in der Saalestadt. In den eingeleiteten Verfahren müssten nun die Hintergründe und die gewaltbereiten Teilnehmer ermittelt werden, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Die Randalierer sollen bengalische Fackeln und Böller bei sich gehabt haben, mit denen sie auch die Einsatzkräfte bewarfen. 

Täter müssen zügig ermittelt werden

Bei den Krawallen wurde auch eine Bank angegriffen.
Bei den Krawallen wurde auch eine Bank angegriffen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Verletzt wurde niemand. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Anzeigen unter anderem wegen Sachbeschädigung gestellt. Zwei Frauen erhielten einen Platzverweis. Es waren 49 Beamte im Einsatz. 

Die Stadt Jena verurteilte den Gewaltausbruch scharf. Die Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut, auch während der Corona-Pandemie, erklärte Jenas Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe. "Aber wir haben null Verständnis, wenn dieses hohe Gut durch Gewalteinsatz und Sachbeschädigungen missbraucht wird."

Die Ostthüringer Stadt stehe für Toleranz und Weltoffenheit.

CDU-Generalsekretär Christian Herrgott forderte, derartigen linken Randalierern konsequent Einhalt zu gebieten. "Wer unter dem Vorwand eines alternativen Protests Polizisten angreift, die Verletzung von Anwohnern in Kauf nimmt und ganze Straßenzüge verwüstet, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen."

Die Täter müssten zügig ermittelt und die Vorfälle schnellstmöglich aufgeklärt werden, so Herrgott.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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