Verwicklung in Dopingskandale: Prozess gegen Erfurter Sportarzt beginnt

Erfurt/München - Am Oberlandesgericht München beginnt am heutigen Mittwoch der Prozessauftakt gegen den Sportmediziner Mark Schmidt und vier seiner mutmaßlichen Komplizen. Der Erfurter Arzt soll über mehrere Jahre Blutdoping an Sportlern betrieben und ihnen Wachstumshormone verschieben haben. 

Journalisten und Passanten stehen vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts II in München.
Journalisten und Passanten stehen vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts II in München.  © Peter Kneffel/dpa

Auslöser des ganzen Prozesses ist die TV-Sendung "Gier nach Gold" - Der Weg in die Dopingfalle aus dem Jahre 2017. 

Damals sprach ein österreichischer Langläufer, wie er sich gezielt dopen ließ. Der Stein kam ins Rollen.

Im Februar 2019 durchsuchten die Ermittler dann bei einer Razzia die Praxis von Schmidt in Erfurt. In einem Erfurter Garagenpark entdeckten die Fahnder mehrere eingefrorene Blutbeutel. 

Seither sitzt der heute 42-Jährige in Untersuchungshaft. 

Mehrere Vorwürfe gegen den Sportarzt

Seit 2011 soll er laut Anklageschrift systematisches Blutdoping betrieben haben. Um die Leistungsfähigkeit und Ausdauer zu steigern, habe Schmidt unter anderem Sportlern Blut entnommen, ausgetauscht und ihnen wieder zugeführt. 

Außerdem wird er bezichtigt, den Athleten missbräuchlich Wachstumshormone verschrieben zu haben, so die Staatsanwaltschaft München.  

Doch es geht noch weiter: Weil er einer Sportlerin ein Präparat verschieben haben soll, über das es keine stichhaltigen Erkenntnisse über Inhalt und Wirkung gab, wird er ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. 

Mark Schmidt droht wegen Verstößen gegen das Anti-Doping-Gesetz und des Vorwurfs der Körperverletzung eine mehrjährige Haftstrafe.

Für den Prozess sind bis Dezember 26 Verhandlungstage vorgesehen. Bereits seit Dienstagabend warteten Journalisten vor dem Landgericht München, um sich einen Platz im Verhandlungssaal zu sichern. 

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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