Mehr Attacken auf Polizisten und Rettungskräfte in Städten

Erfurt – Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte passieren einer Statistik nach in Thüringen besonders häufig in den größeren Städten des Freistaats. 

In Thüringen kommt es vor allem in Städten immer wieder zu Gewalt gegen Polizisten. (Symbolbild)
In Thüringen kommt es vor allem in Städten immer wieder zu Gewalt gegen Polizisten. (Symbolbild)  © DPA / Karl-Josef Hildebrand

Vor allem in Erfurt und Gera hat es in den vergangenen zwei Jahren viele Fälle gegeben, in denen sie tätlich angegriffen wurden oder in denen sich mutmaßliche Straftäter etwa Festnahmen widersetzt haben. In den ländlichen Regionen dagegen geschehen solche Straftaten vergleichsweise selten, wie aus einer statistischen Auswertung des Thüringer Landeskriminalamtes für die Deutsche Presse-Agentur hervorgeht.

So wurden beispielsweise alleine in Erfurt im vergangenen Jahr 172 solcher Fälle registriert, bei denen es zu Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute oder Mitarbeiter von Rettungsdiensten kam. In Gera waren es 81 Fälle.

Im ländlichen geprägten Landkreis Eichsfeld in Nordthüringen dagegen registrierte die Polizei nur 14 derartige Fälle.

Was sind die Gründe für die Gewalt gegen Polizisten?

Warum es in den Städten zu so viel mehr Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute oder die Helfer der Rettungsdienste gibt, ist nach Angaben aus Polizeikreisen nicht einfach erklärbar und teilweise unterschiedlich. So hieß es, in Suhl beispielsweise gebe es während der Einsätze in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge regelmäßig Gewalttaten auch gegen Polizisten und Rettungskräfte. In Erfurt und Gera dagegen gebe es jeweils mehrere soziale Brennpunkte, an denen Gewalt immer wieder eskaliere und auch die Helfer nicht geschont würden.

Aus der Antwort des Thüringer Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des Linke-Landtagsabgeordneten Steffen Dittes zu Straftaten gegen Polizisten im vergangenen Jahr geht unterdessen hervor, dass die mutmaßlichen Täter sehr häufig betrunken sind, wenn sie auf Beamte losgehen oder sich etwa einer Festnahme widersetzen.

Etwa jedes zweite derartige Delikt werde von einem Menschen im Rausch verübt, heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Titelfoto: DPA / Karl-Josef Hildebrand

Mehr zum Thema Thüringen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0