Thüringen: Corona-Beschränkungen werden gelockert, aber wie sehr?

Erfurt - Thüringen will die harten Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lockern. Nach Entscheidungen der Landesregierung unter anderem zum Schulstart ab Ende April und der Öffnung kleinerer Läden ist eine Vielzahl von Detailfragen zu klären.

In Weimar warten Menschen vor einer Buchhandlung, um sich vorbestellte Bücher an der Ladentür abzuholen.
In Weimar warten Menschen vor einer Buchhandlung, um sich vorbestellte Bücher an der Ladentür abzuholen.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Die Debatte darüber beginnt am Donnerstag. Sie ist Grundlage dafür, dass das Kabinett eine Verordnung erlässt, welche Regeln künftig zum Infektionsschutz in den einzelnen Bereichen gelten. Klar ist schon jetzt: Die Kontaktbeschränkungen in Thüringen bleiben bestehen, auch die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer.

Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte am Mittwochabend angekündigt, dass am 27. April die Jugendlichen in die Schulen zurückkehren sollen, die in diesem Jahr ihre Abiturprüfungen ablegten. 

Am 4. Mai würden die Schüler anderer Abschlussklassen folgen. Bis zum 2. Juni sollen alle Thüringer Schüler - unabhängig von der Schulform - wieder auf den Schulbänken sitzen können. Wichtig sei, dass in den Schulen der Infektionsschutz gesichert sei, sagte Ramelow.

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Noch geklärt werde, wann die Prüfungstermine sind. In einem Papier der Landesregierung heißt es, dass es an den Schulen sowohl Unterricht im Klassenzimmer als auch zu Hause geben soll.

Die Kindertagesstätten werden danach voraussichtlich im Mai wieder öffnen.

Bodo Ramelow dankt Thüringern, dass sie die harten Einschränkungen mitgetragen haben

Ramelow sprach nach den harten Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen von einer Rückkehr in eine "veränderte Normalität". Er dankte den Thüringern, dass sie die harten Einschränkungen in den vergangenen Wochen mitgetragen haben. Sie hätten dazu geführt, dass es nicht mehr eine so große Dynamik bei Corona-Neuinfektionen in Thüringen gebe. "Die Wirkung ist gut, reicht aber noch nicht aus."

Neu ist auch, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen können (TAG24 berichtete). Friseure sollen ihrem Handwerk ab 4. Mai wieder nachgehen - alles unter strengen Infektionsschutzauflagen.

Zudem sollen Bibliotheken und Archive, aber auch Zoos und botanische Gärten sowie Freilichtmuseen, Galerien, Museen und Ausstellungshallen wieder für Besucher zugänglich gemacht werden.

Gespräche würden mit den Kirchen geführt, unter welchen Voraussetzungen Gottesdienste ermöglicht werden könnten. Auch über Möglichkeiten, dass das Demonstrationsrecht wahrgenommen werden kann, würde gesprochen, so Ramelow.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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