Wirtschaftsminister Tiefensee sieht Auto-Kaufprämien skeptisch

Erfurt/Berlin - Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (65, SPD) sieht Kaufprämien für die Automobilindustrie mit großer Skepsis. 

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (65, SPD) steht einer Auto-Kaufprämie skeptisch gegenüber.
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (65, SPD) steht einer Auto-Kaufprämie skeptisch gegenüber.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

"Diese Art von Kaufanreizen sind für den Steuerzahler enorm teuer, aber wenig zielgenau", sagte Tiefensee der Deutschen Presse-Agentur vor dem am Dienstag geplanten Autogipfel der Bundesregierung mit Vertretern der Branche.

Die Automobilindustrie ist vor allem durch die vielen Zulieferfirmen ein Umsatzschwergewicht auch in Thüringen.

Aus Sicht des Landes sei alles zu befürworten, "was der Automobilindustrie in ihrer gesamten Breite" nutze, so der Minister. Er nannte als mögliche Hilfen erleichterte Abschreibungsmöglichkeiten für die Hersteller, direkte Transformations- und Umstrukturierungshilfen oder einen weiteren europaweiten Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für E-Mobile.

Zudem könnten durch die Förderung gewerblicher Fahrzeugflotten zusätzliche Konjunkturimpulse gegeben werden. Eine Unterstützung großer Unternehmen sollte nach Auffassung von Tiefensee daran gekoppelt werden, dass sie Managergehälter deckeln und auf Dividendenausschüttungen an Aktionäre verzichten.

Auch Wirtschaftswissenschaftler und Verbraucherschützer äußerten sich kritisch zu einer Kaufprämie, auf die die großen Autohersteller drängen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, bei dem Treffen am Dienstag sei noch keine Entscheidung über spezielle Anreize für die Branche zu erwarten.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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