Gaststätten und Hotels drängen auf Öffnung, ansonsten gibt's eine "allgemeine Stimmungsänderung"

Erfurt - Vor der Bund-Länder Konferenz am Mittwoch pochen Thüringens Gastwirte und Händler auf eine möglichst schnelle Öffnung von Hotels, Gaststätten und Gewerben.

In einer Gaststätte wird ein Bier gezapft. Die Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) fordert die Öffnung von Gaststätten und Hotels.
In einer Gaststätte wird ein Bier gezapft. Die Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) fordert die Öffnung von Gaststätten und Hotels.  © Christophe Gateau/dpa

"Wenn jetzt nicht ein konkreter Plan auf den Tisch kommt, wie die Öffnungsperspektive für unsere Branche ist, wäre dies völlig inakzeptabel", sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Thüringen, Mark Kühnelt, am Montag.

Mehr als 90 Prozent der Thüringer Unternehmer im Gastgewerbe erwarteten eine Öffnung zu Ostern. Die Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) in Erfurt forderten Öffnungen, die spätestens mit der neuen Verordnung ab Mitte März erfolgen.

"Ansonsten werden wir in vielen Bereichen unheilbare Brüche und eine nachhaltige, allgemeine Stimmungsänderung erleben."

Egal, ob im Einzelhandel, der Gastronomie, im Beherbergungsgewerbe, bei Kulturschaffenden oder in anderen Branchen - die Corona-Krise hinterlasse im gesamten Mittelstand tiefe Spuren, die an die Substanz gingen, so die Erfurter Kammer.

"Wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand"

Über die Hälfte (56 Prozent) der Unternehmen in Nord-, Mittel- und Westthüringen sehe sich in finanziellen Schwierigkeiten. Viele Firmen hätten sich von Monat zu Monat durchgekämpft und stünden nun "wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand".

Vor allem kleine familiengeführte Hotels und Gaststätten, der stationäre Einzelhandel oder die Veranstaltungsbranche, die seit mehreren Monaten nicht öffnen können, seinen stark gefährdet.

"Wir verkennen nach wie vor nicht, dass wir in einer Pandemie-Situation sind" betonte der Dehoga-Präsident. Das vom Gastgewerbe ausgehende Risiko sei aber bewiesenermaßen gering. Daher forderte er einen «auf den aktuellen Erkenntnissen basierenden Stufenplan".

Die Politik müsse dafür sorgen, "dass die Branche der Gastfreundschaft keinen Tag länger als medizinisch dringend erforderlich geboten, geschlossen bleibt", so Kühnelt.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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