"Gehört zum Demokratieverständnis": Feuerwehr über Höckes Grußwort zum Verbandstag

Erfurt - Am 26. September hielt Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke (48) bei einer Versammlung des Thüringer-Feuerwehr-Verbands eine Rede. In den sozialen Netzwerken löste dieser Auftritt eine Welle der Empörung aus.

Björn Höcke (48) kommt zum Familien-Fest der AfD-Thüringen zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit auf dem Marktplatz in Vacha.
Björn Höcke (48) kommt zum Familien-Fest der AfD-Thüringen zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit auf dem Marktplatz in Vacha.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Auf Facebook schrieben Nutzer zum Beispiel, es sei "widerlich, einen Faschisten eine Bühne zu bieten." Andere meinten sie sind "entsetzt" und "beschämt" - sogar von einem "Trupp der rechte Faschisten hofiert" ist die Rede.

Traditionell sprechen bei den Verbandstagen der Thüringer Feuerwehr immer wieder Politiker der verschiedenen Landtagsfraktionen ein Grußwort. Eingeladen wurde dabei auch die AfD. Für sie war ihr Vorsitzender Björn Höcke (48) ans Rednerpult getreten. 

Von seinem Auftritt hatte der 48-Jährige anschließend ein Bild auf Instagram gepostet. 

Der Thüringer-Feuerwehr-Verband reagierte jetzt mit einer Pressemitteilung auf die Anfeindungen. 

Es gehöre zum Demokratieverständnis des Verbandes, dass alle Fraktionen des Thüringer Landtages auf der Delegiertenversammlung die Möglichkeit zu einem kurzen Grußwort zu Feuerwehrthemen erhalten, betonte der Verbandschef Karsten Utterodt. Politisch sollen sie dabei aber nicht werden.

Verbandschef distanziert von Höcke

"Eine deutliche Absage erteilen wir allen, die sich außerhalb des Grundgesetzes bewegen", erklärte Utterodt auf der Internetseite des Verbands und distanzierte sich gleichzeitig im Namen des Thüringer Feuerwehrverbands ausdrücklich von den politischen Ansichten des AfD-Landtagsfraktionsvorsitzenden.

Der Verband betonte dazu, dass sie Höcke selbst nicht eingeladen hätten. Jede Partei entscheide selbst, wer das Grußwort sprechen soll. Über das Erscheinen Höckes sei man nicht begeistert werden, heißt es.

Die Feuerwehr stehe für demokratisch-bürgerschaftliches Engagement und wolle Populisten entzaubern. "Was wir nicht dulden, sind geistige Brandstiftung und Hetze jeder Art", so Utterodt. 

Künftig möchte der Verband vermeiden, dass Höcke die AfD bei der Veranstaltung vertritt. Dafür soll ein anderer aus der Fraktion ans Mikro treten.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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