Haben sich Thüringer bei der Corona-Impfung vorgedrängelt? Verdachtsfälle werden geprüft

Erfurt - Millionen Deutsche warten sehnsüchtig auf eine Corona-Impfung, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Inzwischen werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen sich einige nicht an die Regeln halten und vordrängeln. Thüringen macht da anscheinend keine Ausnahme.

Haben sich mehrere Thüringer bei der Corona-Impfung vorgedrängelt, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe sind? (Symbolbild)
Haben sich mehrere Thüringer bei der Corona-Impfung vorgedrängelt, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe sind? (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Das Thüringer Gesundheitsministerium prüft drei gemeldete Vorfälle, bei denen die vorgeschriebene Reihenfolge beim Impfen nicht eingehalten worden sein soll.

"Wir prüfen diese Fälle. Dabei wird auch geschaut, welche Sanktionsmöglichkeiten diesbezüglich bestehen", sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Die "Thüringer Allgemeine" berichtete ebenfalls online darüber.

Nach Ministeriumsangaben wurden zwei solche Vorfälle im Umfeld von Pflegeeinrichtungen im Weimarer Land und im Unstrut-Hainich-Kreis gemeldet. Einen weiteren soll es im Umfeld eines Krankenhauses im Wartburgkreis gegeben haben.

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In allen drei Fällen soll es jeweils um "einige Personen" gegangen sein. In Sachsen-Anhalt waren in den vergangenen Tagen mehrere Fälle bekannt geworden, bei denen sich Kommunalpolitiker impfen ließen, obwohl sie nach der Bundesimpfverordnung noch gar nicht an der Reihe gewesen wären.

Wurde mit Restmengen geimpft?

Laut dem Thüringer Gesundheitsministerium wird nun auch geprüft, ob es bei den Verdachtsfällen im Freistaat um Restmengen von Impfstoff in den Ampullen ging. Hier gilt, dass möglichst kein Impfstoff übrig bleiben und entsorgt werden soll.

Ärzte beispielsweise seien angehalten, kleine Wartelisten zu erstellen, auf denen Personen stehen, die dann mit den Resten noch geimpft werden können.

"Dabei sollen möglichst impfberechtigte Personen angesprochen werden", erklärte das Ministerium. Dazu zählten etwa Pflegekräfte, die vielleicht zuerst nicht und dann doch geimpft werden wollten.

Auch Ärzte oder Personal des Rettungsdienstes könnten auf solchen Listen stehen. Dafür sollen aber keine neuen Ampullen angebrochen werden.

"Personen, die auf diese Weise eine Erstimpfung erhalten haben, werden beim Termin für die Folgeimpfung (Zweitimpfung) mit eingeplant", erklärte das Ministerium.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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