Hartz IV durch Corona: Selbständige in Thüringen rutschen in den sozialen Abgrund

Thüringen - Auftrag geplatzt, Veranstaltung abgesagt - die Folgen der Corona-Pandemie treffen viele freiberufliche Menschen in Thüringen hart.

Ein Mann geht in den Wartebereich für den Antragsservice Arbeitslosengeld. (Symbolbild)
Ein Mann geht in den Wartebereich für den Antragsservice Arbeitslosengeld. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Im Freistaat haben wegen der Corona-Krise etliche Selbstständige Hartz IV beantragen müssen, um über die Runden zu kommen. 

Sie meldeten sich bei den Jobcentern, da sie plötzlich einen erheblichen Ausfall an Einnahmen oder gar keine Einnahmen mehr hatten, wie ein Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit erklärte. 

Dies führte dazu, dass die Zahl der Neuanträge von Selbstständigen, die bei den Jobcentern Leistungen aus der Grundsicherung beantragt haben, von 50 im März dieses Jahres auf rund 1330 im April anstieg.

Darunter waren auch sogenannte Solo-Selbstständige. Dazu zählen Ein-Frau oder Ein-Mann-Unternehmen, wie es sie oft in der Kultur- und Unterhaltungsszene gibt. Deren Situation ist nach Branchenangaben nach wie vor sehr angespannt. 

So appellierte der Deutsche Musikrat an den Bund, die Überbrückungshilfen an die Lebensrealität und Nöte der Soloselbstständigen und Kreativschaffenden anzupassen. Die umfangreichen Konjunkturprogramme hätten viele Bereiche des Kulturlebens erreicht, erklärte ein Sprecher. 

Doch wie Soloselbstständige Mieten und Versicherungen bezahlen sollen, sei nach wie vor ungeklärt.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im September in Deutschland insgesamt rund 3,9 Millionen erwerbsfähige Menschen auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen. Das waren 173.000 Menschen mehr als im Februar dieses Jahres und damit vor Beginn der Corona-Krise.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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