Kann ein neues System besser vor Geisterfahrern in Thüringen warnen?

Erfurt - Achtung, Falschfahrer! Immer wieder müssen Autofahrer in Thüringen so gewarnt werden. Und es werden immer mehr. 2019 starb ein Mensch, weil ein Fahrer falsch auf die Autobahn A73 aufgefahren war.

An einer Autobahnausfahrt warnt ein Schild vor dem Weiterfahren in die verkehrte Richtung. (Symbolbild)
An einer Autobahnausfahrt warnt ein Schild vor dem Weiterfahren in die verkehrte Richtung. (Symbolbild)  © Tobias Hase/dpa

Erkennungssysteme mit Wärmebildkameras sowie doppelten Induktionsschleifen seien bisher am Südportal des rund acht Kilometer langen Rennsteigtunnels sowie am Nordportal des Tunnels "Alte Burg" auf der Autobahn A71 installiert, teilte das Innenministerium auf Anfrage des CDU-Innenpolitikers Raymond Walk (58) mit.

Walk sprach von einer erschreckenden Entwicklung. Von 2017 bis 2019 habe sich die Zahl der gemeldeten Falschfahrer fast verdoppelt. "Deshalb muss alle Anstrengung in Prävention gesetzt werden", so der Politiker.

Walk plädierte auch für eine Erprobung anderer Systeme, beispielsweise mit Sensoren in Leitpfosten.

Wird über das System ein Falschfahrer gemeldet, würden sofort Warnmeldungen gesendet und ein Polizeieinsatz gestartet, erklärte das Innenministerium. Wenn nötig, würden Tunnel gesperrt sowie Autos und Lastwagen angehalten.

"Es ist geplant, alle weiteren Thüringer Autobahntunnel bis Ende 2022 mit dem Falschfahrererkennungssystem auszustatten", erklärte Innenminister Georg Maier (53, SPD).

2019 wurden in Thüringen 63 Falschfahrer auf Autobahnen und Straßen gemeldet. Ein Anstieg von knapp 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einem Falschfahrerunfall Ende März auf der A73 zwischen Schleusingen und Eisfeld in Südthüringen sei ein Mensch gestorben, ein zweiter schwer verletzt worden. 

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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