Können noch im März endlich wieder alle Kinder in die Schule?

Erfurt - Das Thüringer Bildungsministerium hat sich verhalten zu der von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz angekündigten Öffnung der Schulen für alle Kinder im März geäußert.

Ein Schüler kommt am Morgen in die Grundschule „Am Stollen“ in Ilmenau. Grundschüler werden bei der Rückkehr zum Präsenzunterricht bevorzugt behandelt.
Ein Schüler kommt am Morgen in die Grundschule „Am Stollen“ in Ilmenau. Grundschüler werden bei der Rückkehr zum Präsenzunterricht bevorzugt behandelt.  © Michael Reichel/dpa

"Ob das jetzt im März alles noch klappt (...) - das ist Glaskugelleserei", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Erfurt.

"Wir können jetzt nicht zusagen, dass im März alle Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Aber gleichzeitig können wir das auch nicht jetzt schon als Ziel abschreiben." Man habe die Lockerungsschritte definiert und sei teilweise gut dabei, teilweise jedoch aufgrund hoher Inzidenzen im bundesweiten Vergleich noch zurückgeworfen.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (60, SPD), hatte zuvor gesagt, noch im März sollten alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule gehen können.

Für den Thüringer Lehrerverband (tlv) ist das ein fragwürdiger Plan: "Die Schulen sind nach wie vor kein sicherer Ort", sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch.

Dies gelte umso mehr, da die Inzidenzzahlen in vielen Regionen des Freistaats weiterhin zu den höchsten im Bundesgebiet zählten. Der tlv fordert daher, die weiterführenden Schulen erst dann zu öffnen, wenn auch das dort beschäftigte Personal die Chance hat, sich impfen zu lassen.

"Nicht an erster Stelle, was Lockerungen angeht"

In vielen Thüringer Schulen sind die Klassenräume weiterhin menschenleer. (Symbolbild)
In vielen Thüringer Schulen sind die Klassenräume weiterhin menschenleer. (Symbolbild)  © 123RF/rasslava

Thüringen ist deutschlandweit Infektions-Spitzenreiter - "und deswegen sind wir nicht an erster Stelle, was Lockerungen angeht", sagte der Ministeriumssprecher. Man sei sich aber einig, "dass Schulen und Kindergärten eine Priorität haben bei Lockerungsschritten".

Entwicklungen bei den Impfungen und Testungen hülfen dabei, über Öffnungen in Schulen und Kindergärten nachzudenken. "Wir hoffen, dass wir im März hier sehr sehr große Schritte vorankommen."

Der seit Februar in Thüringen geltende schrittweise Plan aus dem Lockdown für Schulen und Kindergärten sieht vor, dass in Landkreisen, in denen die Inzidenz auch nach einer Woche unter 100 lieft, auch die Klassen sieben und aufwärts wieder in die Schule gehen können.

"Da sind wir schon relativ weit, aber wesentliche Schritte sind eben auch vom Inzidenzgeschehen abhängig", sagte der Ministeriumssprecher. Aktuell sind in sieben Landkreisen die Schulen geöffnet. In vier Kreisen bleiben die Schulen bis auf weiteres geschlossen.

Zwei weiteren Landkreisen droht ab kommenden Montag eine Schulschließung.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa

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