Erste Absagen erwartet: Droht Thüringen das große Festival-Sterben?

Erfurt - Die Corona-Krise kann Veranstaltern zufolge der Festivalszene in Thüringen nachhaltig schaden.

Das SonneMondSterne Festival 2019 in Saalburg-Ebersdorf. Ob auch 2021 zu Elektro-Beats getanzt werden kann - unklar.
Das SonneMondSterne Festival 2019 in Saalburg-Ebersdorf. Ob auch 2021 zu Elektro-Beats getanzt werden kann - unklar.  © Alexander Prautzsch/dpa

"Wir rechnen in den nächsten zwei Monaten mit den ersten Absagen von Festivals", sagt Carsten Müller, Vorstandsmitglied in der Thüringer Allianz für Veranstaltungswirtschaft und Mitglied der Werkleitung bei Jenakultur.

Aufgrund der finanziellen Einbußen bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass es 2022 einige Festivals überhaupt nicht mehr geben werde.

Diese Entwicklung trifft nicht alleine die Veranstalter: Die Existenz der vielen oft kleinen Unternehmen, die sich etwa um Technik, Sicherheit oder Catering kümmerten, seien ebenfalls bedroht, sagen unter anderem die Organisatoren des Metal Open Airs "Party.San" in Schlotheim stellvertretend für viele Kollegen.

Die Unterstützung durch Festival-Fans sei zwar groß, ergänzt Miriam Rossius vom Rudolstadt-Festival, könne aber die Verluste nicht ausgleichen.

Weil Sponsoren teilweise selbst durch die Krise in finanzielle Bedrängnis geraten seien, sei auch diese Form der Unterstützung in Gefahr, so Müller. "An den Festivals hängt eine lange Wertschöpfungskette. Falls wir die nicht wieder in Gang bekommen, entsteht da ein Riesenproblem."

Ohne eine funktionierende finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand und verlässliche Perspektiven drohe vielen Veranstaltungen das langfristige Aus.

Titelfoto: Alexander Prautzsch/dpa

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