Christopher Street Day in Altenburg: Veranstalter bekommen Hassmails und Morddrohungen

Von David Hutzler

Altenburg - Es wird bunt, laut - und ein Zeichen gegen Hass: Am heutigen Samstag zieht erstmals eine Parade zum Christopher Street Day (CSD) durch Altenburg.

Bunt kostümiert und mit Regenbogenfahnen trafen sich Hunderte Teilnehmer Ende Juni zum Christopher Street Day in Mecklenburg-Vorpommern. Am heutigen Samstag findet eine solche Parade auch in Altenburg in Thüringen statt.
Bunt kostümiert und mit Regenbogenfahnen trafen sich Hunderte Teilnehmer Ende Juni zum Christopher Street Day in Mecklenburg-Vorpommern. Am heutigen Samstag findet eine solche Parade auch in Altenburg in Thüringen statt.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das Organisationsteam hätten bei der Planung Hunderte Hassbotschaften in den sozialen Netzwerken erhalten, sagte Veranstalter Torge Dermitzel der Deutschen Presse-Agentur.

Unter dem Motto "Farbe bekennen - Der Regenbogen kennt kein Braun" wollen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, intersexuelle und queere Menschen vom Bahnhof zum Markt ziehen.

Dort soll es am Nachmittag ein kulturelles Bühnenprogramm geben. Staatssekretär Torsten Weil (51) will im Namen von Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) ein Grußwort sprechen.

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Die Idee zu der Parade sei ihm gekommen, nachdem er mit Nagellack an den Fingern in der Stadt mehrmals beschimpft und bedroht worden sei, sagte Dermitzel, der im vergangenen Jahr aus Norddeutschland nach Altenburg gezogen ist. Dem habe er etwas entgegensetzen wollen.

Unter den Hassnachrichten seien auch Morddrohungen gewesen. "Mit Blick auf Samstag wird einem da schon etwas mulmig". Er habe die Nachrichten nicht zur Anzeige gebracht.

Die Polizei geht für den Samstag von keiner konkreten Bedrohungslage aus, wie eine Sprecherin sagte. Es sei bekannt, dass der Veranstalter schon bei einer früheren Versammlung verbal angegriffen wurde. Dazu werde ermittelt.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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