Corona-Sonderimpfaktion in Thüringen: Astrazeneca-Vorräte werden verimpft

Erfurt/Weimar - In zahlreichen Corona-Impfstellen in Thüringen ist am Samstag eine Sonderimpfaktion mit dem Wirkstoff von Astrazeneca angelaufen.

Sonderimpfaktion in Thüringen: Verimpft werden bei der Sonderaktion Astrazeneca-Vorräte, die ursprünglich für Zweitimpfungen bei Menschen unter 60 Jahre vorgesehen waren.
Sonderimpfaktion in Thüringen: Verimpft werden bei der Sonderaktion Astrazeneca-Vorräte, die ursprünglich für Zweitimpfungen bei Menschen unter 60 Jahre vorgesehen waren.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Wegen der hohen Nachfrage seien zusätzlich zu den zunächst rund 6000 Impfterminen noch weitere freigeschaltet worden, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung, am Samstag.

Aus dem Terminvergabeportal www.impfen-thueringen.de ließ sich schließen, dass nicht alle dieser Angebote in Anspruch genommen wurden. In einigen Impfstellen waren noch Termine buchbar.

Verimpft werden bei der Sonderaktion Astrazeneca-Vorräte, die ursprünglich für Zweitimpfungen bei Menschen unter 60 Jahre vorgesehen waren. Nach Berichten über seltene Hirnvenenthrombosen - Verstopfungen der Hirnvene durch Blutgerinnsel - im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zunächst beschlossen, das Vakzin nur noch für die Altersgruppe ab 60 Jahre einzusetzen.

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Jüngere Menschen, die es wünschen, können sich dennoch nach ärztlicher Aufklärung weiterhin damit impfen lassen. Inzwischen ist die Impf-Reihenfolge mit dem Vorrang für bestimmte Alters- und Berufsgruppen sowie Vorerkrankte bundesweit ohnehin aufgehoben.

Zweitimpfung mit Astrazeneca bei Sonderaktion bereits in sechs Wochen

Die Zweitimpfung bei der Sonderaktion ist bereits in sechs Wochen geplant, am Wochenende 24./25. Juli. Dies hänge mit organisatorisch-logistischen Gründen zusammen, sagte Mertz.

"An diesem Wochenende laufen ohnehin Folgetermine für Astrazeneca-Impfungen in den Impfstellen und -zentren, da lässt sich das praktisch gut vereinbaren." Dass der Termin auf den Beginn der Sommerferien fällt, hatte zu Spekulationen geführt, die KV wolle damit Familien mit Urlaubsplänen entgegen kommen. Mertz wies das zurück.

Die Zulassungsbestimmungen für den Astrazeneca-Wirkstoff sehen laut Mertz einen Zeitraum von vier bis 12 Wochen zwischen beiden Impfungen vor. Bei der bisherigen Terminvergabe wurde in der Regel der Maximalzeitraum ausgereizt.

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts war bis Samstag mehr als ein Viertel (25,6 Prozent) der Thüringer Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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