Inzidenz deutlich über 500! Kommt jetzt im Saale-Orla-Kreis die 24h-Ausgangssperre?

Schleiz - Im Saale-Orla-Kreis, Deutschlands Corona-Hotspot Nummer eins, ist das Coronavirus weiter außer Kontrolle.

Thomas Fügmann (66, CDU), Landrat des Saale-Orla-Kreises, hat sich gegen eine ganztägige Ausgangssperre in seinem Kreis ausgesprochen.
Thomas Fügmann (66, CDU), Landrat des Saale-Orla-Kreises, hat sich gegen eine ganztägige Ausgangssperre in seinem Kreis ausgesprochen.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Der Landkreis im Südosten Thüringens bleibt mit deutlichem Abstand das am heftigsten von der Pandemie betroffene Gebiet in der gesamten Bundesrepublik. Mit einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 545,4 führt der Landkreis das unrühmliche Ranking des Robert-Koch-Instituts (RKI) am sechsten Tag in Folge an.

Zum Vergleich: Mit einer um mehr als 220 geringeren Inzidenz folgt der Landkreis Hildburghausen (318,1) - ebenfalls in Thüringen - auf Platz zwei. Auf Rang drei rangiert den Zahlen des RKI zufolge der Erzgebirgskreis (303,3).

Wie die Pressestelle des Landratsamts in einer Mitteilung erklärte, sei zwar auch eine erhebliche Anzahl an verzögert abgearbeiteten Fällen in den vergangenen Tagen für diesen extrem hohen Wert verantwortlich, dennoch betonte Landrat Thomas Fügmann (66, CDU), den Ernst der Lage nicht zu unterschätzen.

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"Machen wir uns nichts vor. Auch wenn der zwischenzeitliche Abarbeitungsstau nicht gewesen wäre, den es bedauerlicherweise aufgrund personeller Ausfälle gab, würden wir zur Spitzengruppe in Deutschland gehören", wird Fügmann in der Mitteilung zitiert.

Doch wie kann bzw. soll die hohe Inzidenz wieder gesenkt und in den Griff bekommen werden? Mit deutlich schärferen Maßnahmen?

Fügmann mit einem klaren Nein zu ganztägigen Ausgangssperren

Der CDU-Politiker sprach sich trotz der hohen Werte gegen härtere Maßnahmen aus. "Ich warne vor Aktionismus, der uns in der Sache nicht weiter bringt", so der 66-Jährige.

"Nehmen wir das Beispiel der ganztägigen Ausgangssperren: Das sorgt nur für neuen Frust in der Bevölkerung, senkt aber das Infektionsrisiko kaum, weil es zahlreiche Ausnahmeregelungen gibt. Jeder, der nach draußen will, hätte eine geeignete Begründung parat."

Fügmann begründete seine Entscheidung damit, dass die Maßnahmen verhältnismäßig und bei der Bekämpfung der Pandemie weiterhelfen müssen. Anstatt noch mehr Freiheitseinschränkungen zu veranlassen, ruft er dazu auf, die bestehenden Regeln zu befolgen.

"Es gibt genügend Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Sie müssen nur eingehalten werden", stellte der Landrat unmissverständlich klar.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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