Corona-Fälle in Weimar und Feriencamps beschäftigen Gesundheitsämter

Weimar/Eisenberg - Corona-Ausbrüche in Weimar und zwei Ferienlagern: Das Sars-CoV-2-Virus ist aus Thüringen nicht verschwunden. 

Erstmals seit mehreren Tagen fiel die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Neuinfektionen am Freitag wieder zweistellig aus. (Symbolbild)
Erstmals seit mehreren Tagen fiel die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Neuinfektionen am Freitag wieder zweistellig aus. (Symbolbild)  © Sven Braun/dpa

Erstmals seit mehreren Tagen fiel die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Neuinfektionen am Freitag wieder zweistellig aus. 

Seit Donnerstag kamen zwölf neue Fälle hinzu, wie die Thüringer Staatskanzlei im Corona-Portal der Landesregierung meldete. Darunter sind die am Mittwochabend bekannt gewordenen neun Fälle bei einer größeren Familie in Weimar.

Zusätzlich meldete die Stadtverwaltung Weimar am Freitagabend fünf weitere positive Fälle. Drei stammen demnach aus dem Umfeld der größeren Familie. 

Zwei weitere seien in einer vierköpfigen Familie aufgetreten, die Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) hatte. 

Die Familie wurde am Freitag getestet.

Stand Freitagabend waren 16 Menschen in Weimar nachweislich infiziert. Ein Teil hatte sich nach Angaben der Stadt bei einem Besucher aus Bayern angesteckt, der nach Weimar gereist war und auch bei seinen Gastgebern übernachtet hatte. Unter den Infizierten sind auch Kinder, die verschiedene Schulen im Stadtgebiet besuchen.

Betreuerin eines Kinder-Feriencamps im Saale-Holzland-Kreis positiv auf Coronavirus getestet

Seit Mittwoch hatte das Gesundheitsamt insgesamt 152 Tests angeordnet. Bis zum späten Freitagabend wurden der Stadtverwaltung rund 60 Testergebnisse übermittelt. 213 Kontaktpersonen seien ermittelt und 125 Menschen in Quarantäne geschickt worden. Die Kontaktermittlung gestalte sich wegen der Urlaubszeit schwierig, so die Stadtsprecherin. 

Zudem ernteten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes teilweise Beschimpfungen und Pöbeleien, wenn sie den Kontaktpersonen die Quarantäneanordnung mitteilten. Teilweise müssten Familien ihre Urlaubspläne wegen der Quarantäne über den Haufen werden. "Das hat für Unmut gesorgt."

Derweil ist eine Betreuerin eines Kinder-Feriencamps im Saale-Holzland-Kreis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Derzeit ermittle das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen der infizierten Frau, teilte das Landratsamt am Freitag mit. 

Auch in einer weiteren Ferieneinrichtung, in der sich die Betreuerin an einem Tag aufgehalten hatte, seien Kontaktpersonen ermittelt worden. Um wie viele Menschen es sich handelt, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage nicht mit. Die Kinder, die mit der aus Berlin stammenden Frau Kontakt hatten, wurden den Angaben zufolge von ihren Eltern abgeholt.

Auch im Unstrut-Hainich-Kreis kam es nach Medienberichten zu Coronainfektionen in einem Ferienlager. Drei Betreuerinnen aus Berlin seien nach ihrer Rückkehr positiv getestet worden, berichtete die Thüringer Allgemeine. Der MDR hatte berichtet.

In Thüringen haben sich seit Pandemiebeginn 3338 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 182 Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) begrüßte am Freitag die in einer Schaltkonferenz mit ihren Amtskollegen getroffene Entscheidung zu Coronatests an Flughäfen für Reiserückkehrer aus besonders von der Pandemie betroffenen Ländern. 

Zwischen Bund und Ländern bestehe Einigkeit, eine zweite schlimme Welle der Pandemie zu verhindern, erklärte sie.

Titelfoto: Sven Braun/dpa

Mehr zum Thema Thüringen Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0