Vier statt zwei Tage: Erfurt ändert Konzept für Ladenöffnungsversuch

Erfurt - Erfurt hat das Konzept zur Öffnung von Geschäften auch in der Corona-Pandemie überarbeitet. Man komme damit den Auflagen des Gesundheitsministeriums nach, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Konzept sollte dem Ministerium noch am Montag übergeben werden.

Erfurt: Menschenleer ist der Marktplatz.
Erfurt: Menschenleer ist der Marktplatz.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

"Das Erfurter Modell ist in Pandemiezeiten der Weg zurück zu einem Stückchen Normalität, nämlich zu offenen Geschäften und Läden und später auch Gaststätten", sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (47, SPD).

Mit dem Projekt wolle die Stadt auch die regelmäßige Schnelltestung der Bürger beginnen. "Ziel ist, frühzeitig Infizierte zu ermitteln, um Ansteckungen zu verhindern und die Inzidenzzahlen langfristig stabil niedrig zu halten", hieß es.

Wenn der Versuch erfolgreich verlaufe, könnte das Modell langfristig genutzt und über die Innenstadt hinaus erweitert werden. Auch die Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants könne so bei sinkenden Infektionswerten wieder möglich werden.

15-Jähriger prügelt auf am Boden liegenden Jungen (12) ein: Mutter des Opfers rettet ihren Sohn
Thüringen Lokal 15-Jähriger prügelt auf am Boden liegenden Jungen (12) ein: Mutter des Opfers rettet ihren Sohn

Grundvoraussetzung für die Öffnung von Einkaufsläden ist, dass ein wichtiger Infektionswert - die Sieben-Tage-Inzidenz - eine Woche lang in der Stadt unter 100 bleibt.

Wenn die Entwicklung absehbar ist, würde die Stadtverwaltung die Händler rechtzeitig informieren.

Stadt plant für die kostenlosen Schnelltests Apotheken und Arztpraxen einzubinden

Das überarbeitete Konzept sieht unter anderem vor, dass die Geschäfte von Montag bis Donnerstag an vier Tagen öffnen können. Zuvor war es um zwei Tage an einem Freitag und Samstag gegangen.

Zudem plant die Stadt für die kostenlosen Schnelltests Apotheken und Arztpraxen einzubinden - einige hätten sich dazu schon bereit erklärt, sagte ein Sprecher der Stadt. Teststellen sollen im Stadtgebiet verteilt sein, allerdings baue die Verwaltung selbst keine Testzentren auf.

Bei einem negativen Testergebnis erhalten die Kunden einen Nachweis und können sich damit an mehreren Stellen in der Stadt ein Bändchen holen, mit dem sie Zutritt zu den Geschäften bekommen. Mitarbeiter müssen auch ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis haben.

Die derzeit geltende Verordnung erlaubt solche Experimentierversuche, knüpft daran aber Bedingungen. So dürfen etwa Geschäfte maximal nur an fünf Tagen öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz eine Woche lang unter 100 liegt.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Thüringen Lokal: