Martin Luthers Meisterwerk: Thüringen feiert 500 Jahre Bibelübersetzung

Eisenach - Mit seiner Bibelübersetzung auf der Wartburg hat Martin Luther (1483-1546) den Weg zu einer einheitlichen deutschen Schriftsprache geebnet - fünf Jahrhunderte später erinnert Thüringen mit einem Themenjahr an die Bedeutung dieses Ereignisses.

Das Land Thüringen und die Stadt Eisenach erinnern mit einem Themenjahr an die Bibelübersetzung von Martin Luther. Auftakt ist am 31. Oktober 2021.
Das Land Thüringen und die Stadt Eisenach erinnern mit einem Themenjahr an die Bibelübersetzung von Martin Luther. Auftakt ist am 31. Oktober 2021.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Unter dem Motto "Welt übersetzen" sind Tagungen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen und eine Festwoche geplant, wie die Thüringer Staatskanzlei und die Stadtverwaltung Eisenach am Montag mitteilten. Den Auftakt macht am 31. Oktober, dem Reformationstag, ein Festgottesdienst auf der Wartburg.

Thüringen zielt mit dem nicht nur auf Eisenach konzentrierten Jubiläum nicht zuletzt auch auf Touristen.

Auf der Wartburg hatte der von Kaiser und Fürsten verfolgte Kirchenrebell Luther 1521/22 Asyl gefunden, binnen elf Monaten übersetzte er dort das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Dazu läuft derzeit bereits eine Ausstellung auf Thüringens bekanntester Burg.

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In einer Festwoche im Frühjahr 2022 wird in Eisenach und umliegenden Orten im Wartburgkreis dann auch Luthers Schein-Entführung auf die Wartburg nach dem Reichstag in Worms im Mai 1521 an Originalschauplätzen inszeniert - ein Spektakel, das in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war.

Im Themenjahr wollen die Organisatoren das Bibelschreiben auch ins digitale Zeitalter hinüberholen - mit einem Industrieroboter als Schreiber. Im Veranstaltungsprogramm geht es indes nicht nur um das Übersetzen von Worten, sondern auch von Kunst.

Dem Thema gehen Kunststudierende aus Münster und Halle-Giebichenstein in Eisenach nach. Bund und Land unterstützen die Veranstaltungen nach Angaben der Stadtverwaltung mit insgesamt rund 530.000 Euro.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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