Miss Germany: Schafft es Thüringerin Melanie Panier jetzt unter die Top 20?

Dorndorf - Als einzige Thüringerin steht Melanie Panier (34) aus Dorndorf (Wartburgkreis) unten den letzten 40 Teilnehmerinnen der aktuellen Miss-Germany-Staffel. Jetzt will sie unter die Top 20. Denn es geht um viel mehr als das Aussehen!

Hat es als einzige Thüringerin in die Top 40 der aktuellen Miss Germany-Staffel geschafft: Melanie Panier (34) aus Dorndorf.
Hat es als einzige Thüringerin in die Top 40 der aktuellen Miss Germany-Staffel geschafft: Melanie Panier (34) aus Dorndorf.  © Stephan Glathe

Wochenende, Füße hochlegen! Nicht für Melanie Panier aus Dorndorf. Am Freitag macht sich die 34-Jährige auf den Weg nach Hamburg. Denn bereits am Samstag stehen Workshops, Fotoproduktionen und Videodrehs für die Frau aus dem Wartburgkreis auf dem Programm.

Der Grund: Die Heilerziehungspflegerin hat es bis in die Top 40 der aktuellen Miss Germany-Staffel geschafft.

"Das ist der Wahnsinn! Bei so vielen Einsendungen (Anm. d. Red.: circa 12.000) hofft man natürlich, weiterzukommen, aber ehrlich gesagt habe ich damit nie gerechnet. Ich hab' ja selbst im Lotto noch nie gewonnen", sagt sie gegenüber TAG24 und lacht.

Nicht mal ihr Mann wusste Bescheid

Vermutlich auch deshalb hatte die Thüringerin zunächst niemandem, nicht mal ihrem Ehemann, von der Bewerbung beim nationalen Schönheitswettbewerb verraten.

Ein Wettbewerb, bei dem es inzwischen jedoch um weitaus mehr als das Aussehen geht. Nein, es geht auch um das Dahinter - den Charakter, um Ideen, Kreativität, um Visionen.

Auch Melanie Panier hat Ideen und Visionen. Vor allem, wenn es um das Thema Inklusion geht. Egal, ob Aussehen, Sprache oder Behinderung: Für Panier sind alle Menschen gleich und alle haben es in gleichem Maße verdient, Teil der Gesellschaft zu sein. "Ich möchte besonders auf die Barrierefreiheit aufmerksam machen und im besten Fall Google Maps damit erreichen", betont sie.

Zwar gibt es bereits Apps für körperlich eingeschränkte Menschen, aber die meistverwendete Anwendungssoftware sei nun einmal Google Maps. Deshalb setzt sich die zweifache Mutter dafür ein, dass hier zukünftig barrierefreie Wege angezeigt werden.

Panier: "Ich bin generell ein sehr entspannter Typ"

Melanie Panier konnte dank ihrer Teilnahme am nationalen Schönheitswettbewerb nach eigenen Aussagen deutlich mehr Menschen auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam machen.
Melanie Panier konnte dank ihrer Teilnahme am nationalen Schönheitswettbewerb nach eigenen Aussagen deutlich mehr Menschen auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam machen.  © Stephan Glathe

Mit dem ganzen Trubel um ihre Person, der mit ihrem Einzug in die Top 40 nicht gerade kleiner geworden ist, geht sie nach eigenen Aussagen "ziemlich locker" um. "Ich bin generell ein sehr entspannter Typ", sagt sie.

Und letztlich ist es ja auch dieser Trubel, auf den sie irgendwie abgezielt hat.

Denn aufgrund ihrer Teilnahme bei Miss Germany hat sie, das weiß sie selbst, viel mehr Menschen erreichen können, als ohne dies möglich gewesen wäre.

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"Ich konnte schon so viele Menschen auf das Thema aufmerksam machen", sagt sie, die insbesondere via Social Media immer wieder mit Menschen in Kontakt kommt.

Der Erfolg: Den Menschen die Augen öffnen

Melanie Panier will, dass barrierefreie Wege via Google Maps angezeigt werden. (Symbolbild)
Melanie Panier will, dass barrierefreie Wege via Google Maps angezeigt werden. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Vor Kurzem erst hätten ihr Leute geschrieben, die einen Laden aufmachen wollen. "Die hatten sich eigentlich auch schon für einen entschieden", berichtet sie.

Doch jetzt sei man wieder auf der Suche. "Weil der andere nur mittels Treppen begehbar war", so Panier. Wenn man den Leuten für so etwas die Augen öffnen könne, dann erfüllt das die Dorndorferin mit Freude.

"Ich bin jetzt schon so glücklich", sagt sie. Selbst, wenn sie es nicht in die Top 20, die Anfang Januar ausgewählt werden, schaffen sollte, habe sie bereits "so viel" erreicht, "spannende" Kontakte geknüpft, mit denen sich durchaus weitere Projekte realisieren ließen.

Doch inzwischen sei eben auch der "Sportsgeist" geweckt. "Natürlich wäre ich noch glücklicher, wenn ich es unter die Top 20 schaffe. Dadurch würde die Reichweite noch mehr steigern, ich könnte noch mehr Menschen erreichen", sagt sie.

Wer weiß, was noch so kommt! Doch jetzt geht es für Melanie Panier sowie für 39 andere Teilnehmerinnen an diesem Wochenende erst einmal nach Hamburg.

Und der Ehemann? Der weiß natürlich, weshalb seine Melanie am Freitag in den hohen Norden reist. Denn nachdem es die Dorndorferin im Sommer unter die besten 160 geschafft hatte, schenkte sie ihrer Familie reinen Wein ein.

Wie die Reise für Melanie Panier aus Dorndorf weitergeht, wird sich zeigen. Die vorherige Staffel gewann im Übrigen Anja Kallenbach (33) aus Tiefenort. Der Ort liegt gerade einmal rund sieben Kilometer Luftlinie von Paniers Wohnort Dorndorf entfernt.

Titelfoto: Stephan Glathe

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