Das neue Corona-Schuljahr beginnt: Was auf Eltern und Schüler zukommt

Erfurt - Leere Klassenräume, verlorene Schüler, die gar nicht mehr mitmachen, wochenlang Unterricht per Videokonferenz - damit soll Schluss sein, wenn am kommenden Montag das neue Schuljahr in Thüringen beginnt.

Englisch, Deutsch oder Mathematik sollen nicht mehr in Videokonferenzen gelehrt, sondern wieder dauerhaft in den Klassenräumen unterrichtet werden. (Archivbild)
Englisch, Deutsch oder Mathematik sollen nicht mehr in Videokonferenzen gelehrt, sondern wieder dauerhaft in den Klassenräumen unterrichtet werden. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

"Dieses Schuljahr ist ein Präsenzschuljahr", sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (68, Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Und: "Wir wollen die Schulen offen lassen." Vom Bildungsministerium werde es aus heutiger Sicht keine Anordnung geben, Schulen zu schließen, betonte Holter.

Es könne aber sein, dass ein Gesundheitsamt nach einem Infektionsausbruch in einer Schule zu einer anderen Entscheidung komme. Das sei dann aber keine Entscheidung des Bildungsministeriums. "Denkbar sind nur Einzelfälle beim Ausbruch von Infektionen in der Einrichtung", erklärte der 68-Jährige.

Er sei überzeugt, dass Schulen mit den neuen, geplanten Corona-Maßnahmen Unterricht organisieren könnten. Die wichtigsten geplanten Regeln sind schon bekannt. Ein Überblick:

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Wer geht in die Schule?

"Alle nehmen am Präsenzunterricht teil", so Holter. Nur in Einzelfällen soll es die Möglichkeit der Befreiung vom Schulbesuch geben - etwa für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen. Wenn es in der Familie Menschen mit Vorerkrankungen gibt, sollen ebenfalls Härtefallentscheidungen möglich sein.

Der Schulstart und die Wochen danach

Nach den ersten zwei Wochen ändern sich die Testregeln in Thüringen. Sollte eine Schule in einer bestimmten Warnstufe sein, wird es gar keine Tests mehr geben. (Archivbild)
Nach den ersten zwei Wochen ändern sich die Testregeln in Thüringen. Sollte eine Schule in einer bestimmten Warnstufe sein, wird es gar keine Tests mehr geben. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Wie wird zum Schulstart ab Montag getestet?

In den ersten 14 Schultagen soll es eine Testpflicht für alle geben, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Die Schüler können sich in der Schule testen lassen. Nehmen Kinder, die nicht in den vergangenen sechs Monaten Corona hatten, ungeimpft oder ungetestet am Unterricht teil, soll den Eltern ein Bußgeld drohen, dessen Höhe noch nicht feststeht.

Diese Schüler sollen zudem möglichst in separaten Lerngruppen unterrichtet werden, sofern die Schulen Räume und Personal dafür organisieren können.

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Wie geht es nach den ersten beiden Wochen weiter?

Nach den 14 Tagen soll ein abgestuftes Testsystem greifen, das sich an den Warnstufen orientiert. In der Basisstufe, also bei niedriger Inzidenz und niedriger Krankenhausbelegung, soll es an den Schulen gar keine Tests mehr geben. Ab der Warnstufe eins soll es ein Testangebot für die Schüler geben - zweimal wöchentlich.

Auch in der Warnstufe zwei gibt es das Testangebot. Schüler, die sich dann nicht testen lassen wollen, sollen wieder in separaten Lerngruppen unterrichtet werden. So soll das nach Angaben Holters noch bis zu den Herbstferien gelten. Danach sollen bei Warnstufe zwei nur noch die Ungetesteten der Klassenstufen eins bis sechs in Extralerngruppen gehen müssen.

In der höchsten Warnstufe drei gibt es dann wieder eine Testpflicht wie in den ersten beiden Schulwochen.

Aufgeweichte Maskenpflicht und Quarantäne-Regeln

Leere Klassenräume: Diese Bilder soll es in Thüringens Schulen nicht mehr geben.
Leere Klassenräume: Diese Bilder soll es in Thüringens Schulen nicht mehr geben.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Müssen die Schüler eine Maske tragen?

Ja, aber nicht immer überall. "Ab Klasse fünf aufwärts tragen alle in den ersten 14 Tagen im Unterricht eine Maske", sagte Holter. Grundschüler sind von dieser Pflicht ausgenommen. Im Schulgebäude etwa in den Gängen oder in den Pausen sollen alle Schüler eine Maske tragen - unabhängig von der jeweils geltenden Warnstufe.

In der Basisstufe soll es keine Maskenpflicht im Unterricht mehr geben. Sie soll aber abgestuft in höheren Warnstufen wieder eingeführt werden.

Was passiert, wenn Schülerinnen oder Schüler positiv getestet werden?

Dann müsse das örtliche Gesundheitsamt festlegen, wer in Quarantäne gehe, teilte der Politiker mit. "Ich bin der Auffassung, dass nicht die ganze Klasse in Quarantäne gehen muss, sondern nur diejenigen, die sich im unmittelbaren Umfeld der Schülerin, des Schülers befinden." Das entscheide aber nicht das Bildungsministerium.

Ab dem 6. September geht das neue Schuljahr 2021/22 in Thüringen wieder los.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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