"Panisch, undifferenziert": Kein Verständnis für Maskenpflicht in Thüringer Schulen

Erfurt - Die Landeselternvertretung Thüringen (LEV) hat mit Unverständnis auf die ab Montag geltende Maskenpflicht für alle Klassen in Thüringen reagiert.

Schüler und Schülerinnen einer 4. Klasse sitzen im Unterricht an einer Grundschule zusammen an einem Tisch und tragen dabei einen Mund-Nasen-Schutz. In Thüringen wird die Maskenpflicht ab kommenden Montag für alle Klassenstufen gelten.
Schüler und Schülerinnen einer 4. Klasse sitzen im Unterricht an einer Grundschule zusammen an einem Tisch und tragen dabei einen Mund-Nasen-Schutz. In Thüringen wird die Maskenpflicht ab kommenden Montag für alle Klassenstufen gelten.  © Gregor Fischer/dpa

"Angesichts der prekären Pandemielage sind wir auf die Mitwirkung aller an Schule Beteiligter angewiesen. Maßnahmen zum Gesundheitsschutz müssen gut durchdacht und vor allem verständlich kommuniziert werden. Zumindest Letzteres ist bei der angeordneten Maskenpflicht nicht geglückt", teilte die Sprecherin Landeselternvertretung, Claudia Koch, mit.

Bildungs- und Gesundheitsministerium hatten am Freitag gemeinsam vereinbart, die Maskenpflicht im Unterricht für alle Klassenstufen in Thüringen einzuführen. Die Regelung soll ab Montag und zunächst bis zum 24. April gelten.

Ab Montag sollen Schülerinnen und Schülern sowie dem schulischen Personal zudem kostenfrei und freiwillig zweimal wöchentlich Corona-Schnelltests zu Verfügung stehen. Kurz vor der Einführung landesweiter Schnelltests an Schulen zum offiziellen Schulbeginn nach den Osterferien sei die Masken-Maßnahme kontraproduktiv, sagte Koch.

Nach Ansicht der LEV sollten zunächst andere Möglichkeiten genutzt werden, um Schulen Pandemie-sicherer zu machen - wie etwa der Einbau von Lüftungsanlagen und Luftreinigern oder von Schutzwänden aus Plexiglas.

Bildungsminister Helmut Holter: "Maskenpflicht ist letztes Mittel"

"Die Maskenpflicht im Unterricht war für mich immer das allerletzte Mittel, denn gerade im Grundschulbereich ist sie eine große Belastung der pädagogischen Arbeit. Leider lassen die weiter sehr hohen Infektionszahlen nun nichts anderes zu. Wir werden insbesondere diese Maßnahme regelmäßig überprüfen", versprach Bildungsminister Helmut Holter (67, Linke) in einer Mitteilung des Ministeriums.

Kritik kommt auch von der Thüringer CDU: Die Entscheidung der Regierung sei "panisch und undifferenziert", erklärte der bildungspolitische Sprecher Christian Tischner (39). Tischner und der CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt (44) kritisierten, es brauche ein verbindliches Testsystem statt einer Maskenpflicht.

Titelfoto: Gregor Fischer/dpa

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