Thüringen: Kritik an geplantem Verzicht auf allgemeine Corona-Beschränkungen

Erfurt - An der Ankündigung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke), auf allgemeine Corona-Beschränkungen in Thüringen verzichten zu wollen, wächst die Kritik. 

Die Kritik an Bodo Ramelow (64, Linke) wächst. Er hatte sich dafür ausgesprochen, auf allgemeine Corona-Beschränkungen in Thüringen verzichten.
Die Kritik an Bodo Ramelow (64, Linke) wächst. Er hatte sich dafür ausgesprochen, auf allgemeine Corona-Beschränkungen in Thüringen verzichten.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Anstatt dieser Vorgaben soll es in Thüringen aus Sicht Ramelows regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben (TAG24 berichtete). 

"Unabhängig von der Anzahl der Infektionszahlen pro 100.000 Einwohner*innen plädiere ich weiterhin für Maßnahmen, die die Ausbreitung von Corona beschränken können", schrieb die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (42, Linke) auf Twitter. 

Sie halte es für einen Fehler, etwa Abstandsregeln und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz aufheben zu wollen. 

Auch Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) kritisierte das Vorhaben scharf: "Mir scheint das ein Gang aufs Minenfeld."

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Wolfgang Lauerwald warf Ramelow vor, seinen Vorstoß aus einem Positionspapier der AfD kopiert zu haben.

"Mit den Maßnahmen von Ramelow werden die Forderungen der AfD umgesetzt. Das war unser Ziel bereits vor sechs Wochen", erklärte Lauerwald. Die Landesregierung hätte diesen Schritt schon viel eher ergreifen und so schweren Schaden vermeiden müssen.

Ramelow selbst hat das Vorhaben mit der aktuellen Infektionslage begründet. "Wir haben im März auf der Grundlage von Schätzungen von 60.000 Infizierten entschieden – jetzt haben wir aktuell 245 Infizierte", sagte der Linke-Politiker der "Bild am Sonntag" zur Situation in Thüringen.

"Der Erfolg gibt uns mit den harten Maßnahmen recht – zwingt uns nun aber auch zu realistischen Konsequenzen und zum Handeln. Und das heißt: Für Thüringen empfehle ich die Aufhebung der Maßnahmen."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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