Programm zur Kontaktnachverfolgung: Warum nutzen noch nicht alle Gesundheitsämter "Sormas"?

Erfurt - Die Mehrheit Thüringer Gesundheitsämter nutzt in der Corona-Pandemie das sogenannte "Sormas-Programm", um die digitale Kontaktnachverfolgung zu erleichtern. Drei der 22 Gesundheitsämter sind allerdings noch nicht dabei. Das Gesundheitsministerium sei aber mit den Landkreisen in Kontakt, um auch dort noch kurzfristig eine Anbindung herzustellen.

Die meisten Gesundheitsämter in Thüringen nutzen inzwischen das Programm "Sormas" zur digitalen Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie. Nur drei fehlen noch.
Die meisten Gesundheitsämter in Thüringen nutzen inzwischen das Programm "Sormas" zur digitalen Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie. Nur drei fehlen noch.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Hauptursache, warum die Einführung von "Sormas" teils schleppend verläuft, sei die Pandemie selbst, sagte eine Ministeriumssprecherin. Diese führe ohnehin zu einem erhöhten Arbeitsaufkommen in den Gesundheitsämtern. In einer solchen Phase auf neue Software umzustellen und Mitarbeiter entsprechend zu schulen, sei eine zusätzliche Herausforderung.

Allerdings stelle der Bund Ressourcen etwa zur Einarbeitung in das System zur Verfügung, um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, berichtete die Sprecherin. Auch das Programm komme kostenlos vom Bund. Die Betriebskosten dafür übernimmt den Angaben zufolge bis Ende 2022 das Bundesministerium für Gesundheit.

Ein anderes Problem ist der Sprecherin zufolge, dass einige Gesundheitsämter bereits vor "Sormas" eigene Software für eine bessere Bewältigung der Pandemie beschafft hätten.

Allerdings sei die Einführung von "Sormas" inzwischen eine Verpflichtung für alle Gesundheitsämter in Deutschland.

Programm soll in Zukunft wichtige Stellen verknüpfen

Über das Programm sollen in Zukunft durch Erweiterungen alle wichtigen Stellen miteinander verknüpft werden und Daten austauschen können.

Labore könnten so direkt Testergebnisse an Gesundheitsämter übermitteln, die Ämter wiederum schnell ihre Daten dem Berliner Robert Koch-Institut schicken. Zudem solle es künftig möglich werden, verschiedene Apps zur Kontaktnachverfolgung mit dem System zu verbinden, erklärte die Ministeriumssprecherin.

Der Beamtenbund dbb hatte das Sormas-Programm im April kritisiert, da Mitarbeiter von Gesundheitsämtern beispielsweise über eine umständliche Handhabung der digitalen Datenakte klagten.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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