"Überhaupt nicht angenehm": Schülervertretung bezeichnet Lüften gegen Corona als "unpraktisch"

Erfurt - Nach Ansicht der Thüringer Landesschülervertretung ist Lüften als Mittel gegen das Coronavirus unpraktikabel.

Lüften wird auch in diesem Winter ein Hauptbestandteil in Thüringens Schulen im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Symbolfoto)
Lüften wird auch in diesem Winter ein Hauptbestandteil in Thüringens Schulen im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Symbolfoto)  © Daniel Bockwoldt/dpa

"Das ist überhaupt nicht angenehm, es wäre viel besser, wenn es Luftfilter gäbe", sagte die zweite Vorsitzende der Landesschülervertretung, Helena Haaré, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar gebe es nun in vielen Klassenräumen CO2-Ampeln, doch nicht alle Lehrer würden auch tatsächlich lüften, wenn das Gerät ein Warnsignal sende.

Es gebe aber auch Lehrer, die durchgängig lüfteten, weil sie vielleicht selbst zu einer Risiko-Gruppe gehörten oder sich schlicht besser vor einer Infektion schützen wollten.

Unter den Corona-Toten in Thüringen befinden sich viele Ungeimpfte
Thüringen Lokal Unter den Corona-Toten in Thüringen befinden sich viele Ungeimpfte

Auch der erste Vorsitzende der Schülervertretung, Vincent Raue, erklärte, regelmäßiges Lüften sei im normalen Schulbetrieb kaum umsetzbar.

Es gebe immer jemanden, der friere, oder Schüler und Schülerinnen, die sich beschwerten, sie würden Zugluft abbekommen.

Keine gute Lernumgebung, wenn die Kinder mit dicker Jacke und Schal in den Klassenräumen sitzen

Raue begrüßte es, dass nach den Herbstferien in den Schulen umfassender getestet werden soll als bisher. "So hat man die Gewissheit, dass alle negativ getestet sind", betonte Raue.

Die Thüringer Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Kathrin Vitzthum, sagte, zwar sei regelmäßiges Lüften ein guter Beitrag zum Luftaustausch und wichtig, um die Konzentration von Lehrern und Schülern aufrechtzuerhalten. "Er wird aber unpraktikabel, wenn die Außentemperaturen sehr, sehr niedrig sind."

Es sei keine gute Lernumgebung, wenn die Kinder mit dicker Jacke und Schal in den Klassenräumen sitzen müssten. Ihrer Meinung nach hätten die Schulträger besser in Luftfilter investiert als in CO2-Ampeln, die nur anzeigen könnten, wenn die Luft verbraucht sei.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

Mehr zum Thema Thüringen: