Thüringen ignoriert StiKo-Empfehlung und will trotzdem Kinder impfen

Erfurt - Kinder ab zwölf Jahren sollen sich in Thüringen auch ohne generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo) gegen das Coronavirus impfen lassen können.

Trotz Empfehlung der ständigen Impfkommission (StiKo) sollen sich in Thüringen alle Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können. (Symbolbild)
Trotz Empfehlung der ständigen Impfkommission (StiKo) sollen sich in Thüringen alle Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Das bekräftigten Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (52, Linke) und Bildungsminister Helmut Holter (68, Linke) am Donnerstag. Zuvor hatte die Stiko entschieden, Kindern nicht generell, sondern nur bei bestimmten Vorerkrankungen eine Corona-Impfung zu empfehlen.

Nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und der Risikoakzeptanz von Kindern, Jugendlichen oder ihren Eltern sei eine Impfung aber auch bei gesunden jungen Leuten möglich, heißt es im jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI), das am Donnerstag erschien.

Werner sagte, dass es nachvollziehbar sei, dass die StiKo vorsichtig agiere. "Das heißt aber nicht, dass Kinder und Jugendliche generell keine Corona-Schutzimpfung erhalten sollten. Die Entscheidung bedeutet vielmehr, dass die momentane Datenlage noch nicht ausreichend ist, um die Impfung standardmäßig allen Kindern und Jugendlichen zu empfehlen", betonte sie.

Thüringen stellt Test in Schulen und Kitas ein: Nimmt der Freistaat bewusst Infektionen von Kindern in Kauf?
Thüringen Politik Thüringen stellt Test in Schulen und Kitas ein: Nimmt der Freistaat bewusst Infektionen von Kindern in Kauf?

Die Landesregierung halte daran fest, allen Kindern und Jugendlichen im Sommer ein Impfangebot zu machen. Dafür werde es Ende Juni in den Impfstellen ein "Familienimpfwochenende" speziell für impfwillige Kinder, Jugendliche und ihre Eltern reserviert.

Bildungsminister Holter erklärte, die StiKo-Empfehlung sollte nicht so interpretiert werden, dass alle Kinder ohne Vorerkrankungen keine Impfung erhalten sollten.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

Mehr zum Thema Thüringen: