Staatssekretär: Neue Schottergärten auch in Thüringen verbieten

Erfurt - Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller hat sich für ein Verbot von neuen Schottergärten im Freistaat ausgesprochen. 
Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller hat sich für ein Verbot von neuen Schottergärten im Freistaat ausgesprochen.
Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller hat sich für ein Verbot von neuen Schottergärten im Freistaat ausgesprochen.  © Michael Reichel/dpa

"Es gibt in Thüringen viele großartige Vorgärten", sagte Möller. 

Doch der Trend zu insektenfeindlichen Schottergärten sei insbesondere in neuen Wohngebieten mit Einfamilienhäusern nicht zu übersehen. 

"Ich plädiere dafür, über eine vergleichbare Regelung wie in Baden-Württemberg auch im Thüringer Naturschutzgesetz nachzudenken", sagte Möller. 

Der Landtag in Baden-Württemberg hat vergangene Woche ein Naturschutzgesetz beschlossen, das neue Schottergärten im Interesse des Artenschutzes und der Artenvielfalt verbietet.

Statt Blumen oder Rasen zieren Kies oder andere Steine Schottergärten. Naturschützern sind sie ein Graus, da sie für Tiere und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum bieten. 

Insekten finden in Schottergärten keine Nahrung

Statt Blumen oder Rasen zieren Kies oder andere Steine Schottergärten. (Symbolbild)
Statt Blumen oder Rasen zieren Kies oder andere Steine Schottergärten. (Symbolbild)  © Carmen Jaspersen/dpa

"Kleinsäuger finden hier keinen Unterschlupf. Auch Reptilien, die Wärme eigentlich lieben, fühlen sich auf diesen monotonen Flächen nicht wohl", schreibt der Naturschutzbund (Nabu) etwa auf einer Website und kritisiert Schottergärten als "ökologisch wertlos". 

Auch Insekten fänden dort keine Nahrung, was sich auch negativ auf insektenfressende Vögel auswirke.

Welche Wirkung der noch relativ junge Trend zu Schottergärten genau hat, sei noch nicht bestimmt, hieß es aus dem Umweltministerium. Allerdings sei der Rückgang einzelner Insektenarten ein Indikator für die Auswirkungen. 

Das Ministerium verwies etwa auf den Großen Totengräber, der in Thüringen heute als vom Aussterben bedroht gilt.

Titelfoto: DPA/Michael Reichel,Carmen Jaspersen

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