Verband fordert offene Rasthöfe und Quarantäne-Ausnahmen für Lkw-Fahrer

Erfurt - Lastwagenfahrer zu sein, ist vielleicht für viele nicht besonders sexy. Aber der Beruf ist und war schon immer wichtig. Müssen Trucker wegen Corona in Quarantäne, kann die Ware nicht ausgeliefert werden. Deshalb sollen für sie Ausnahmen gemacht werden - fordert zumindest der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV).

Ein Lkw-Fahrer spricht in sein Funkgerät. (Symbolbild)
Ein Lkw-Fahrer spricht in sein Funkgerät. (Symbolbild)  © 123RF/welcomia

Wenn die Trucker nach mehr als 72 Stunden in Risikogebieten in Quarantäne gehen, könnte dies zu Versorgungsengpässen führen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Martin Kammer, in einer Pressemitteilung.

"Zum einen werden internationale Lieferketten gestört, zum anderen müssen Fernfahrer pausieren", heißt es weiter.

Außerdem appellierte Kammer an die Landesregierung, Autohöfe und Raststätten wie in Baden-Württemberg zu Kantinen zu erklären, damit sich Lkw-Fahrer dort verpflegen können.

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Nach 15 Stunden hinterm Steuer hätte laut Kammer kein Trucker entsprechend Lust auch noch in seinem Fahrerhaus zu essen.

Der Geschäftsführer verwies darauf, dass im Thüringer Verkehrsgewerbe häufig osteuropäische Fahrer eingesetzt würden. In der Regel würden diese drei Wochen arbeiten und hätten dann eine Woche Urlaub. Wenn sie danach für zehn Tage in Quarantäne gingen, stünden sie nicht als Arbeitskräfte zur Verfügung. Aufgrund des Fachkräftemangels in der Branche würden dann die jeweiligen Lastwagen zehn Tage lang still stehen.

Der LTV wurde 1990 gegründet und betreut unter anderem Fuhrunternehmen, Speditionen, Taxi- und Mietwagenunternehmen sowie einige Busunternehmen und Logistiker.

Titelfoto: 123RF/welcomia

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