Thüringen will Eventbranche wegen Corona helfen: Reicht das Geld den Betroffenen?

Thüringen - Schausteller, Caterer, Licht- und Tontechniker sind unter anderem die großen Verlierer der Corona-Pandemie: Das Land Thüringen möchte sie nun unterstützen.

Künstler stehen bei der Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise auf einem Leiterwagen vor dem Kanzleramt. (Archiv)
Künstler stehen bei der Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise auf einem Leiterwagen vor dem Kanzleramt. (Archiv)  © Jörg Carstensen/dpa

Dafür will sich der Freistaat an Ausfallkosten beteiligen, die entstehen, wenn Veranstaltungen oder Messen aufgrund einer Verschärfung von Infektionsschutzbestimmungen abgesagt werden müssen. 

Für die gebeutelten Mitarbeiter der betroffenen Branche seien Hilfen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro eingeplant. 

Diese sollen aus den Mitteln der Corona-Hilfen des Landes hervorgehen. Dabei gehe es zunächst um Veranstaltungen, die bis zum 21. Juni 2021 stattfinden sollen.

Die bereits angefallenen Ausgaben für ein Event werden aber nicht vollständig erstattet werden. Bis zu 80 Prozent bzw. nicht mehr als 100.000 Euro pro Veranstaltung können abgedeckt werden, heißt es aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium.

Voraussetzung sei, dass die Kosten durch eine Absage wegen verschärfter Anti-Corona-Maßnahmen quasi nutzlos geworden sind.

Was passiert bei einem erneuten Lockdown bzw. verschärften Regeln?

Sollten zukünftig wieder Veranstaltungen wegen verschärfter Infektionsschutzbestimmungen abgesagt werden, würde das Thüringen dem Veranstalter anteilig die dafür tatsächlich angefallenen Kosten ersetzen. 

Voraussetzung sei allerdings, dass die Veranstaltung unter den geltenden Infektionsschutzbestimmungen hätte durchgeführt werden können, so die Erklärung des Ministeriums. 

Anspruch auf die Absicherung solle ab Dezember bestehen. Bis dahin sollen weitere Details zu den Bedingungen bekannt gegeben werden. Aktuell liefen noch Endabstimmungen mit anderen Ministerien.

Branche von Beginn an massiv beeinträchtigt

"Ziel der geplanten Absicherung ist es, das Vertrauen der Unternehmen in die geltenden Rahmenbedingungen zu stärken und damit wieder eine regelmäßige Durchführung von Veranstaltungen zu ermöglichen", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (65, SPD).

Die Branche sei in der Corona-Pandemie von Anfang an massiv beeinträchtigt gewesen und durch den aktuellen Teil-Lockdown hart getroffen worden.

Hinzu komme, dass die langfristige Entwicklung des Infektionsgeschehens nicht genau absehbar ist, sodass weiter mit Einschränkungen gerechnet werden muss.

Vertreter aus der Veranstaltungsbranche hatten in Thüringen wie auch im restlichen Deutschland in der Krise demonstriert, um auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen. Das Bündnis #AlarmstufeRot hatte mit verschiedenen Aktionen mehr Unterstützung seitens der Politik gefordert.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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