Prekäre Arbeitsbedingungen: Protestaktion gegen Amazon in Erfurt

Erfurt - Gewerkschaften und Beschäftigtenverbände wollen in Erfurt auf prekäre Arbeitsbedingungen beim Paketdienstleister Amazon hinweisen.

In Erfurt wollen Gewerkschaften und Beschäftigtenverbände auf prekäre Arbeitsbedingungen beim Paketdienstleister Amazon hinweisen. (Symbolbild)
In Erfurt wollen Gewerkschaften und Beschäftigtenverbände auf prekäre Arbeitsbedingungen beim Paketdienstleister Amazon hinweisen. (Symbolbild)  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Kurierfahrer sollen am Mittwoch im Stadtteil Stotternheim mit Flyern und Plakaten auf arbeitsrechtliche Beratungsstellen aufmerksam gemacht werden, teilten die Gewerkschaft Verdi sowie die Initiativen "Faire Mobilität" und "Faire Integration" mit.

Die Beschäftigtenverbände kritisieren, dass sich die Klagen über schlechte Arbeitsbedingungen bei Subunternehmen von Amazon häufen.

"Wir fordern Amazon auf, diese Beschäftigten direkt bei sich anzustellen", so Frank Günther von der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch.

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Der Protest in Erfurt ist Teil bundesweiter Aktionstage unter dem Hashtag #ausgeliefert, die ab dem Mittwoch von Verdi und dem DGB sowie verschiedenen Beschäftigtennetzwerken organisiert werden.

Amazon wehrt sich gegen die Vorwürfe

Das Unternehmen wehrt sich gegen die Behauptungen und erklärte gegenüber TAG24 folgendes:

"Tatsächlich entsprechen die Aussagen nicht der Wirklichkeit der Tausenden an Menschen, die bei Lieferpartnern in ganz Deutschland beschäftigt sind und jeden Tag Pakete zu Amazon Kunden bringen. So haben wir zum Beispiel den Einstiegslohn von 12 Euro eingeführt und seit Juli für die meisten Amazon Mitarbeiter:innen in Deutschland Realität werden lassen."

"Wir verlangen von unseren Lieferpartnern, dass sie ihren Fahrern eine erstklassige Arbeitserfahrung bieten. Wir führen regelmäßig Audits und Untersuchungen durch und ergreifen Maßnahmen, wenn wir feststellen, dass dies nicht der Fall ist", erklärte ein Amazon-Sprecher und fügte hinzu:

"Alle Lieferpartner sind vertraglich verpflichtet, alle geltenden Gesetze einzuhalten, insbesondere in Bezug auf Löhne, Sozialabgaben und Arbeitszeiten."

Amazon wies die Vorwürfe bereits am Dienstag zurück und verwies auf regelmäßige Kontrollen bei seinen Zulieferern sowie eine anonyme Beschwerde-Hotline für Beschäftigte.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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