Rund 145.000 Thüringer "gerettet": Kurzarbeitergeld verhindert Massenarbeitslosigkeit

Erfurt - Thüringens Arbeitsagenturen haben im ersten Jahr der Corona-Pandemie fast eine halbe Milliarde Euro für Kurzarbeitergeld ausgegeben.

In Thüringen hat das Kurzarbeitergeld Schätzungen zufolge bis zu 145.000 Menschen vor der Arbeitslosigkeit gerettet. (Symbolbild)
In Thüringen hat das Kurzarbeitergeld Schätzungen zufolge bis zu 145.000 Menschen vor der Arbeitslosigkeit gerettet. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Insgesamt seien zwischen März und Dezember im Vorjahr 407 Millionen Euro geflossen. In diesem Jahr seien es bisher etwa 60 Millionen Euro, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Markus Behrens, am Montag.

"Dieses Instrument trägt uns durch die Krise", betonte er. Ohne den Einsatz von Kurzarbeitergeld hätte es allein in Thüringen nach Schätzungen der Regionaldirektion bis zu 145.000 Arbeitslose mehr gegeben.

Grundsätzlich sei der Arbeitsmarkt im Freistaat von den Auswirkungen der Pandemie stärker betroffen als zum Beispiel der in Sachsen-Anhalt, so Behrens. Das liege vor allem am recht hohen Industrieanteil in Thüringen und der Bedeutung der Automobilindustrie, die zusätzlich im Strukturwandel stecke.

Behrens fürchtet erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, sollte der Lockdown noch lange dauern. Es drohe eine Insolvenzwelle. Sie lasse sich auch durch die Gewährung von Wirtschaftshilfen nicht ewig aufhalten. "Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit dem Impfen und Testen vorankommen."

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) betonte, vor allem Kleinstbetriebe in Branchen, die besonders vom Lockdown betroffen seien, benötigten weitere, auch lokale Unterstützung, um zu überleben.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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