Thüringer Betriebe verzichten auf 2000 Euro für jeden neuen Azubi!

Erfurt - Die Betriebe in Nord-, West- und Mittelthüringen zeigen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt nur wenig Interesse an Prämien aus dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern". 

Ein Lehrmeister zeigt Azubis, wie die Maschine richtig funktioniert (Symbolbild).
Ein Lehrmeister zeigt Azubis, wie die Maschine richtig funktioniert (Symbolbild).  © 123RF/Cathy Yeulet

"Fast zwei Monate nach Beginn des Programms haben wir lediglich 60 Unterstützungsanfragen erhalten", berichtete Thomas Fahlbusch, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Erfurt, am Dienstag. 

Er vermutet, dass die hohen Zugangsvoraussetzungen, die zur Beantragung der Förderung erfüllt werden müssten, ein Grund dafür sein könnten.

So müssten die Betriebe zum Beispiel nachweisen, dass sie im April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahr 60 Prozent Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatten. Zudem hätten die Beschäftigten im ersten Halbjahr 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit gehen müssen.

Seien diese Bedingungen erfüllt, können Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten die Ausbildungsprämie beantragen, wenn sie von der Krise betroffen sind, aber die Zahl ihrer Auszubildenden im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre aufrecht erhielten. 

Diese Betriebe erhalten den Angaben zufolge 2000 Euro für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag.

Kleine und mittlere Unternehmen, die einen Azubi aus einem Betrieb übernehmen, der wegen der Corona-Pandemie aufgeben musste, bekommen auf Antrag eine einmalige Prämie in Höhe von 3000 Euro.

Außerdem können Arbeitgeber, die trotz Kurzarbeit die Ausbildung regulär fortsetzen, diesen Angaben zufolge unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent der Ausbildungsvergütung beantragen. 

Titelfoto: 123RF/Cathy Yeulet

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