"Keine Tradition": Thüringer können mit Halloween wenig anfangen

Erfurt - Die Corona-Pandemie könnte Halloween in Thüringen langfristig ausgebremst haben.

Halloween ist in Thüringen nicht so beliebt wie andere Feste. (Archivbild)
Halloween ist in Thüringen nicht so beliebt wie andere Feste. (Archivbild)  © Caroline Seidel/dpa

"Mit Corona ist es ganz schön eingeschlafen", sagte Jana Kämpfe von der Volkskundlichen Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen in Hohenfelden (Weimarer Land) mit Blick auf das Grusel-Fest. Anders als die Martinszüge, die ebenfalls im Vorjahr vielerorts nicht stattfinden konnten, sei das Fest noch nicht so etabliert. "Da wird sich dann zeigen, ob das wieder auflebt oder nicht."

Nichtsdestotrotz ist Halloween im Freistaat für viele zu einem besonderen Termin im Jahr geworden. "Es ist nicht überall, es ist auch nicht massiv, aber es ist zunehmend", stellte Kämpfe fest. Das am 31. Oktober begangene Fest stammt ursprünglich aus Irland. Am Abend vor Allerheiligen, dem "All hallows eve", zündeten die überwiegend katholischen Iren ein Licht an.

Ausgehöhlte und von Kerzen beleuchtete Kürbisse mit gruseligen Fratzen sollen vor dem Haus die wandernden Seelen der Verstorbenen, die Geister, abwehren. Heute verkleiden sich Kinder, gehen von Tür zu Tür, erbitten Süßes und drohen bei Ablehnung Saures an.

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Nach Thüringen herübergeschwappt ist der "klassische Aberglaube" laut Kämpfe vor allem durch amerikanische Filme. "Es ist noch keine Tradition, es wird aber gelebt." Dem Vorwurf, dass Halloween in Deutschland sinnentleert sei, hält sie den Brauch der Kirmes entgegen. Die aus der Kirchweihe entstandenen Feste seien "heute eigentlich sinnentleert".

Brauch sei aber wandelbar und müsse nicht bewertet werden. "Es ist da, es wird gefeiert - damit hat es einen Sinn."

Für Katholiken bleiben in dieser Zeit einem Sprecher des Bistums Erfurt zufolge Allerheiligen und das Totengedenken an Allerseelen die entscheidenden Feste.

Titelfoto: Caroline Seidel/dpa

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