Thüringer Verordnung für Teil-Lockdown steht fest: Das sind die Regeln

Erfurt - Ab Montag wird sich für die Thüringer viel ändern. Die Corona-Verordnung mit harten Einschränkungen steht fest. Darin wird dem Parlament erstmals ein Mitspracherecht eingeräumt.

"Ab hier bitte Mund und Nase bedecken" steht auf einem Schild. (Symbolbild)
"Ab hier bitte Mund und Nase bedecken" steht auf einem Schild. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Regeln, die von Montag (2. November) an gelten, halten sich grundsätzlich an die Vereinbarungen von Bund und Ländern, wie aus einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von Samstagabend hervorgeht.

Danach muss die gesamte Gastronomie mit Ausnahme von Mensen und Kantinen sowie ein Großteil der Kultur- und Freizeiteinrichtungen für voraussichtlich einen Monat schließen. Einkaufen ist weiterhin möglich.

Im Handel gibt es die Einschränkung, dass nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche eingelassen werden darf.

Nur noch wenige Corona-Neuinfektionen in Thüringen
Thüringen Nur noch wenige Corona-Neuinfektionen in Thüringen

Geschlossen werden unter anderem Theater, Opern, Konzerthäuser, Kinos, aber auch Messen mit Ausnahme von reinen Fachmessen. Freizeitparks, Spielhallen und Bordelle müssen ebenfalls schließen. Bäder sind auch betroffen. Schulschwimmunterricht darf es aber weiterhin geben.

Weiterhin offen bleiben neben Kindergärten und Schulen auch Volkshochschulen, Fahrschulen, Musik- und Jugendkunstschulen sowie Bibliotheken. 

Das gilt auch für Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe, sämtliche Beratungsstellen, Tagespflege-Einrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Therapeutische Einrichtungen sowie Spielplätze.

Thüringen passt Verordnung leicht an: Kosmetik- und Nagelstudios bleiben auf

In der Öffentlichkeit gelten schärfere Kontaktbeschränkungen mit maximal zehn Mitgliedern von zwei Haushalten. Im Gegensatz zu ersten Plänen dürfen nicht nur Friseursalons, sondern auch Kosmetik- und Nagelstudios bei Einhaltung der Hygienekonzepte weiter öffnen. 

Auch Zoos und Tierparks in Thüringen können noch Besucher empfangen - allerdings nur in den Außenbereichen. Eine Sonderregelung gibt es auch für Museen, die zumindest für entgeltfreie, bildungsbezogene Angebote öffnen können.

Gesundheitsministerin Heike Werner (51, Linke) sprach von einem Kraftakt, mit dem die sprunghafte Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden solle. Elf von 23 Kreisen und kreisfreien Städten in Thüringen galten am Samstag als Risikogebiet. 

Werner und Bildungsminister Helmut Holter (67, Linke) appellierten an die Thüringer, die strengen Regeln einzuhalten und sich damit solidarisch zu verhalten.

Erstmals enthält eine Thüringer Corona-Verordnung einen Parlamentsvorbehalt. Damit kann der Landtag, der am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommt, Änderungen vornehmen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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