Tierische Sensation! Seltene Katze in Thüringer Schiefergebirge gesichtet

Erfurt - Es ist eine tierische Sensation! Im Thüringer Schiefergebirge wurde erstmals ein Luchs nachgewiesen.

Erwischt! Ein weiblicher Luchs tappte im Thüringer Schiefergebirge in eine Fotofalle.
Erwischt! Ein weiblicher Luchs tappte im Thüringer Schiefergebirge in eine Fotofalle.  © Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Alexander Müller

Das seltene Tier tappte vor wenigen Tagen in eine Fotofalle. Nach kurzer Zeit wurde den Tierexperten des Thüringer Umweltministeriums klar: Es handelt sich um den weiblichen Luchs "Mira".

Sie wurde 2019 in Polen im Rahmen eines von der EU geförderten Life-Projektes ausgewildert. Anschließend begab sie sich offenbar auf den Weg nach Deutschland, ist aktuell im Thüringer Schiefergebirge unterwegs.

Ob Mira bleibt oder weiterzieht, ist allerdings unklar. Das Umweltministerium wird mithilfe eines GPS-Senderhalsbandes ihren Weg weiter verfolgen.

Laut "WWF" streifen in Deutschland etwa 135 Luchse durch die Wälder. Die meisten von ihnen im Bayerischen Wald und im Oberpfälzer Wald. Aber auch im Harz gab es immer wieder Sichtungen.

Dass Luchse wieder in unseren Wäldern leben, ist ein kleines Wunder. Bis Ende des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze aus weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verschwunden. Erst durch gezielte Wiederansiedelungsmaßnahmen ist das Tier nun auch wieder in den heimischen Wäldern unterwegs.

"Mira" wurde 2019 in Polen ausgesetzt und "wanderte" nach Thüringen.
"Mira" wurde 2019 in Polen ausgesetzt und "wanderte" nach Thüringen.  © Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Alexander Müller

Ist der Luchs für den Menschen gefährlich?

Luchse sind sehr aufmerksame und neugierige Tiere. In der Regel meiden sie aber den Menschen. Oftmals bemerkt ein Luchs einen Menschen schon von Weiten, zieht sich anschließend zurück.

So gleicht eine Luchs-Beobachtung für einen Waldspaziergänger beinahe einem Sechser im Lotto!

Angriffe auf Menschen sind extrem selten. Im Gegenteil: Eher ist der Mensch für die Raubkatze gefährlich. Durch den Straßenverkehr können die Tiere zu Tode kommen.

Auch Wilderei ist ein Problem. Laut WWF verschwinden im Bayerischen Wald regelmäßig Luchse - offenbar werden sie illegal getötet.

Umso schöner sind Luchs-Sichtungen für Tierschützer. Denn diese zeigen, dass sich die Wildkatze künftig auch in unseren Wäldern wieder dauerhaft ansiedeln kann.

Titelfoto: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Alexander Müller

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