Weihnachtspostamt öffnet wieder seine Pforten - Doch Santa will keine Mails

Von Katrin Zeiß

Himmelsberg – Das Weihnachtspostamt im nordthüringischen Himmelsberg setzt auch in der Ära der E-Mail bei Post an den Weihnachtsmann oder von ihm auf klassische Briefe auf Papier. "Es ist ein Unterschied, ob Kinder eine Mail lesen oder einen vom Weihnachtsmann geschriebenen Brief im Briefkasten finden", sagte die Vorsitzende des Himmelsberger Heimatvereins und ehrenamtliche Managerin des Weihnachtspostamtes, Manuela Verges, der Deutschen Presse-Agentur.

Manuela Verges, Leiterin des Weihnachtspostamtes, liest einen Brief an den Weihnachtsmann vor zwei Jahren.  © dpa | Bodo Schackow

Ein Brief sei persönlicher als eine Mail. Elektronische Nachrichten an den Weihnachtsmann seien im Postamt daher verpönt.

Dies bedeutet nicht, dass die in dem kleinen Verein organisierten Helfer des Weihnachtsmannes digitalen Medien ablehnend gegenüberstehen, wie Verges betont. "Wir sind natürlich in sozialen Netzwerken unterwegs."

Das Postamt im alten Backhaus von Himmelsberg, einem Ortsteil von Sondershausen, startet am Samstag mit einem Tag der offenen Tür in die Weihnachtssaison 2025. Die ersten Briefe an den Weihnachtsmann sind bereits eingetroffen, bis zum Heiligabend dürften es einige Tausend werden. In der Regel träfen jährlich 4000 bis 5000 Schreiben ein, nicht nur von Kindern, sagte Verges.

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Die neun Vereinsmitglieder beantworten jeden einzelnen Brief. Die letzten Briefe werden in der Regel am 20. Dezember abgeschickt, damit sie ihre Empfänger noch rechtzeitig zur Bescherung erreichen.

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Wünsche, Sorgen und Nöte

in Ortsschild steht am Eingang zum Weihnachtspostamt in Himmelsberg.  © dpa | Bodo Schackow

Die Kinder schreiben dem Weihnachtsmann nicht nur ihre materiellen Wünsche, etwa Spielzeug oder Handys. Oft schildern sie ihm auch ihre Sorgen, etwa Geldnot im Elternhaus, den Trennungsschmerz nach der Scheidung der Eltern, Trauer um gestorbene Angehörige oder das Leben mit einer schweren Krankheit.

Traurige Briefe gingen dem Postamt-Team ans Herz, sagte Verges. "Dann ist es schwer, die richtige Antwort zu schreiben."

Ähnliche Weihnachtspostämter gibt es auch in anderen Orten in Deutschland, etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Brandenburg. Häufig haben diese Orte Namen wie "Himmelstadt", "Engelskirchen" oder "Himmelpfort". Dem Postamt in Himmelsberg stellt die Post eine gewisse Zahl von Briefmarken zur Verfügung.

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Für zusätzliche Aufwendungen für das Porto oder den praktischen Betrieb des Postamtes ist der Verein auf Spenden angewiesen, die auch am Tag der offenen Tür gesammelt werden.

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