Winter-Albtraum in Jena: Rund 6500 Haushalte können nicht heizen

Jena - Horror-Nachricht für Tausende Jenaer: Nach der Havarie einer Leitung vom Kraftwerk Winzerla sind in Jena seit Mittwoch rund 6500 Haushalte im Norden der Stadt ohne Fernwärme und heißes Wasser. Und das bei zweistelligen Minuswerten!

Eine Wasserdampf-Wolke schießt in die Höhe: Nach der Havarie einer Leitung vom Kraftwerk Winzerla sind in Jena seit Mittwoch rund 6500 Haushalte im Jenaer Norden ohne Versorgung mit Fernwärme.
Eine Wasserdampf-Wolke schießt in die Höhe: Nach der Havarie einer Leitung vom Kraftwerk Winzerla sind in Jena seit Mittwoch rund 6500 Haushalte im Jenaer Norden ohne Versorgung mit Fernwärme.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

Bisher sei noch nicht absehbar, wann die Versorgung wieder aufgenommen werden könne, teilten die Stadtwerke mit.

"Es kann zur Gefährdung von Leib und Leben führen", teilte die Stadt Jena am Mittwochabend mit. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (45, FDP) rief somit den Katastrophenfall aus.

Damit gelten nach Angaben der Stadt für die von Kälte Betroffenen die Corona-Kontaktbeschränkungen nicht - sie können von Angehörigen, Freunden oder Bekannten aufgenommen werden.

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Angaben zur Schadensursache konnten die Stadtwerke zunächst nicht machen. Die Menschen in dem betroffenen Gebiet wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um das Auskühlen ihrer Wohnungen möglichst lange hinauszuzögern.

Nitzsche forderte die Jenaer auf, möglichst vom Fernwärmeausfall Betroffene aufzunehmen. Dabei sollten die üblichen Hygieneregeln eingehalten werden.

Die Stadt wollte weitere Notunterbringungsmöglichkeiten in Turnhallen und Hotels organisieren. Bis die Wärmeversorgung wieder hergestellt ist, solle der Katastrophenfall gelten.

Krisenstab wird umgehend eingerichtet

Bei Tausenden Jenaern bleibt die Heizung aktuell kalt (Symbolbild).
Bei Tausenden Jenaern bleibt die Heizung aktuell kalt (Symbolbild).  © 123RF/kzenon

Die Stadt Jena und die Stadtwerke richteten einen gemeinsamen Krisenstab ein. Dieser arbeitet den Angaben zufolge momentan an der Bereitstellung von Notunterkünften sowie an der Beschaffung von Ersatzversorgungsanlagen, um beispielsweise soziale Einrichtungen und Pflegeheime in dem Gebiet übergangsweise versorgen zu können.

Auch die Bewohner von Wohngebieten im Bereich Jena-Nord II und Zwätzen waren gebeten worden, sich auf eine Reduzierung der Heizwärme einzurichten. Das Netz dort arbeitete zwar noch, allerdings nur mit der im Netz vorhandenen Restwärme und mit Unterstützung der Wärme aus einer Biogasanlage in Zwätzen. Vom Wärmenachschub aus dem Kraftwerk in Winzerla war der Bereich den Angaben zufolge ebenfalls abgetrennt.

Am Morgen war aus der unterirdischen Fernwärmehauptleitung eine heiße Dampfwolke ausgetreten. Mit Pumpen und Sauggerät arbeiteten Mitarbeiter der Stadtwerke daran, dass bis zu 130 Grad heiße Wasser zu entfernen. Am Nachmittag drang noch immer Wasser in die Grube ein.

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Erst wenn die Schadstelle geortet und geöffnet werden konnte, könne mit einer Reparatur begonnen werden, hieß es.

Titelfoto: 123rf/kzenon, Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

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