Schalldichter Gesangswettbewerb: Neue Raab-Show "FameMaker" wagt verrücktes TV-Experiment

Unterföhring - Ein Sprichwort besagt: "Beurteile ein Buch nie nach seinem Einband". Diese Volksweisheit wird in der neuen ProSieben-Show nicht nur gebrochen - sie ist das Konzept.

Der unter seinem Alias "Conchita Wurst" berühmt gewordene Tom Neuwirth moderiert die Show.
Der unter seinem Alias "Conchita Wurst" berühmt gewordene Tom Neuwirth moderiert die Show.  © ProSieben/Andre Karsai

Denn genau darum geht es in "FameMaker", der neuen Show aus der Produktionsschmiede RaabTV.

Es ist so etwas wie das Gegenteil von "The Voice Of Germany". Dort sitzen die Coaches mit den Rücken zu den Künstlern und hören diese nur performen. Sind sie von der Stimme überzeugt genug, drücken sie einen Buzzer und dürfen zu dem Sound auch die Optik offenbart kennenlernen.

Nun wird das Konzept völlig ad absurdum geführt. In FameMaker sehen die Juroren Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan die Musiker von Anfang an. Allerdings unter einer schalldichten Kuppel. Sie hören nichts. 

Anhand der Performance müssen sie die Entertainment-Qualitäten beurteilen und dann entscheiden, ob sie diese Person in ihr Team holen oder nicht.

Das eröffnet völlig neue Probleme. So kann ein Interpret zwar mit göttlicher Stimme einen neuen Maßstab definieren - wird jedoch ignoriert, weil er nicht die entsprechende Bühnenpräsenz mitbringt - optisch zumindest.

Andererseits könnte zwar eine spektakuläre Darbietung die Jury-Mitglieder - also die Fame Maker - in ihren Bann ziehen: jedoch entpuppt sich der Künstler vielleicht als ein stimmlicher Totalausfall. 

Ob Engelsstimme oder Totalversagen: Eine Final-Show muss erarbeitet werden

Produziert wird die Sendung "FameMaker" von Stefan Raabs Firma RaabTV im Sommer 2020. (Archiv)
Produziert wird die Sendung "FameMaker" von Stefan Raabs Firma RaabTV im Sommer 2020. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Es sind viele Möglichkeiten denkbar, Glückstreffer zu erhaschen und skurrile Momente zu erwarten.

Diesen Bonus kann man der Show bereits jetzt schon zusprechen - langweilig wird das wohl nicht.

Ob das am Ende auch gut wird oder wir im Finale einen Haufen krächzender Tanzakrobaten ertragen müssen, lässt sich schwer vorhersagen. Und das gilt für jede Staffel, sollte die Show danach weiter fortgesetzt werden. Was bei RaabTV-Produktionen jedoch fast schon zu erwarten ist.

Und wenn wir auf das eingangs erwähnte Sprichwort zurückkehren, dann haben die Verantwortlichen auf jeden Fall einen Moderator gefunden, der kaum besser auf die Buch-Einband-Weisheit passen könnte: Thomas Neuwirth. Wer sich jetzt denkt: "Moment, da klingelt was, weit hinten in den Synapsen." Ja. Das ist der bürgerliche Name von Travestie-Kunstfigur "Conchita Wurst".

Er wird Kandidaten, Jury und Publikum durch die Sendungen führen, in der die FameMaker mit ihren ausgewählten Teilnehmern eine überzeugende Bühnenshow fürs Finale auf die Beine stellen müssen. Egal, wie gut der "Blindkauf" letztlich singen kann. Den Sieger werden die Zuschauer bestimmen.

Bis diese Show jedoch den Weg in die heimischen Wohnzimmer finden wird, vergehen noch einige Wochen. Denn aktuell läuft noch die Findungsphase für potenzielle Kandidaten. Unter www.famemaker.de kann man sich um seine Chance unter der donnerlosen Kuppel bewerben.

Titelfoto: ProSieben/Andre Karsai

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